Hypothekenkrise bleibt Thema
Dax-Ausblick: Warnlampen leuchten

Crash oder nur vorübergehende Krise? Die Beobachter des Börsengeschehens glauben mehrheitlich Letzteres. Doch in einem sind sie sich einig: Die US-Hypothekenkrise wird in der neuen Woche das beherrschende Thema am deutschen Aktienmarkt bleiben.

HB FRANKFURT. „Die Hiobsbotschaften werden uns in nächster Zeit nicht ausgehen“, befürchtet Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba. „Die Frage ist nicht mehr nur, welches Unternehmen ist betroffen, sondern in welchem Ausmaß.“ Die damit verbundene Unsicherheit dürfte den Markt weiter in die Tiefe reißen. „Die Anleger verkaufen im Moment alles, was mit Risiken verbunden ist“, sagt Fondsmanager Ernst Konrad von Bayern-Invest.

Schon in den vergangenen Tagen hatte das Geständnis mehrerer Banken, in dem einbrechenden Markt engagiert zu sein, für fallende Kurse gesorgt. Der Dax, schwankte an manchen Tagen um bis zu zwei Prozent und notierte am Freitag Nachmittag bei rund 7 350 Zählern, ein Prozent tiefer als eine Woche zuvor. Die Angst der Anleger vor weiteren Auswirkungen drängte selbst gute Quartalszahlen einiger Branchengrößen wie die von der Deutschen Bank, RWE und Deutsche Telekom in den Hintergrund.

„Das große Thema ist die Kreditqualität und die Liquiditätsverknappung im Banksystem“, sagt Konrad. „Das wird uns sicher noch über mehrere Monate beschäftigen.“ Davon gehen auch die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger: „Das Thema US-Häusermarkt wird uns noch einige Monate begleiten und somit auch durchaus noch Verunsicherungen bei den Kreditinstituten hervorrufen“, schreiben sie in ihrer aktuellen „Marktmeinung aus Stuttgart“.

Die Kredit-Verknappung ist eine nötige Korrektur, meint andererseits John Pattulo, Bond-Experte der britischen Fondsgesellschaft Henderson Global Investors in einem aktuellen Marktkommentar. Sie werde sich letztlich positiv auf die Kreditmärkte auswirken. „Einige fremdfinanzierte Unternehmensübernahmen sind in jüngster Vergangenheit zu stark durch riskante Kredite gehebelt worden.“ Teilweise seien dabei irrationale Verhaltensmuster zu erkennen gewesen. Es sei daher allgemein begrüßenswert, dass Hebelwirkung und Risiko jetzt wieder zurückgefahren werden.

Der Markt übertreibe nun aber mit den harschen Kursreaktionen, meint Portfolio-Manager Daniel Hupfer von MM Warburg. „Das fundamentale Umfeld stimmt“, sagt er. Die Konjunkturdaten seien in Ordnung und die Quartalszahlen der Unternehmen gut. „Aber im Vergleich zu den vorangegangenen Quartalen, als die Risiken komplett ausgeblendet wurden, hat sich das Bild komplett gedreht.“

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