Hypothekenkrise wirkt weiter
Dax-Ausblick: Subprime-Sorge geht um

Die Freude über die Zinssenkung in den USA hielt nicht lange. Statt dessen flammten die Sorgen vor den Folgen der US-Hypothekenkrise wieder auf. Darunter werde die Börse auch in der kommenden Woche leiden, meinen Beobachter. Im Dax stehen Quartalsberichte aus dem Bankensektor an. Da lauern wieder einige Tretminen – aber nicht nur hierzulande.

HB FRANKFURT. „Das Damokles-Schwert Subprime hängt weiterhin über dem Markt“, warnt Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. „Die Stimmung wird geprägt von der Angst vor weiteren negativen Nachrichten aus dem Bankensektor – vor allem aus dem US-amerikanischen. Neuigkeiten können dramatische Kursbewegungen in die eine oder andere Seite auslösen.“

Bei der Entscheidung der US-Notenbank, die Zinsen um 25 Basispunkte zu senken, hatten Investoren genau hingehört und enttäuscht festgestellt: Die Chancen auf weitere Zinssenkungen stehen nicht gut.

Dann hatte am Donnerstag eine Analystenstudie zur Citigroup, die den Kapitalbedarf des Institutes auf 30 Milliarden Dollar bezifferte, an den internationalen Aktienmärkten hektische Verkäufe ausgelöst. Einige Tage zuvor hatte die US-Investmentbank Merrill Lynch aufgrund milliardenschwerer Abschreibungen auf schwach besicherte Hypothekenkredite (Subprime) einen Rekordverlust bekanntgegeben. Der Dax verlor in der abgelaufenen Woche unter dem Strich rund 1,5 Prozent.

Die Zitterpartie am deutschen Aktienmarkt geht also in der neuen Börsenwoche weiter; die Lage bleibt brüchig. „Vertrauen kann nicht zurückkehren, solange große Investmentbanken ihren Wertberichtigungsbedarf ständig revidieren“, kritisiert Stratege Eugen Keller von Metzler Financial Markets. Diesem Vertrauensschaden lasse sich weder mit einem Superfonds noch mit einer Zinssenkung durch die obersten Systemhüter, die US-Notenbank, entgegenwirken. Die Angst vor einer großen Finanzkrise sei immer noch latent da.

„Die Erwartung, dass sich die Turbulenzen bis Weihnachten gelegt haben sollten, hat EZB-Ratsmitglied Liikanen als sehr optimistisch bezeichnet. Er geht vielmehr davon aus, dass durch die Verwerfungen an den Finanzmärkten sowie der seit Sommer beobachtbaren Verschlechterung der Kreditbedingungen die Investitionstätigkeit beeinträchtigt wird“, betont Keller. Die Turbulenzen wirkten wie eine Zinserhöhung.

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