„Ich habe ein Verbrechen begangen“
Schwerer Insider-Skandal in Japan

In vielen der großen japanischen Übernahmeschlachten der vergangenen Jahre hatte er irgendwo seine Hände im Spiel: Fondsaktivist Yoshiaki Murakami. Der 46-Jährige bewegte zuletzt fast 3 Mrd. Euro mit einen Fonds (400 Mrd. Yen).

HB TOKIO. Und dieses Geld setzte er aggressiv ein, um Druck auf Unternehmen auszuüben, deren Aktienkurs seiner Meinung nach deutlich unter den Möglichkeiten lag. Eine jüngst verkündete Milliardenfusion zweier Eisen-bahngesellschaften etwa hätte es ohne Murakami nicht gegeben.

Doch heute wurde der charismatische Finanzier verhaftet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Insiderhandel vor. Murakami hat die Vorwürfe gestanden. Damit fällt nach dem Chef der Internetfirma Livedoor, Takafumi Horie, eine zweite japanische Symbolfigur für die neuen Wege einer jüngeren Generation in der japanischen Wirtschaft. Letztlich war es der lange Schatten Livedoors, der Murakami zu Fall brachte: Der Fondsmanager hat nach eigenen Worten Aktien der Radiogesellschaft Nippon Broadcasting System gekauft, nachdem er gehört hatte, dass Livedoor Anfang 2005 plante, den Radiobetreiber zu übernehmen. Dies verstößt gegen das japanische Wertpapiergesetz.

„Ich habe ein Verbrechen begangen“, sagte Murakami am Vormittag auf einer eilig zusammengerufenen Pressekonferenz und verbeugte sich zur Entschuldigung tief. Er habe ein Geständnis unterschrieben und werde sich aus der Investmentwelt zurückziehen. Sein Fonds, der in einem guten Dutzend japanischer Firmen mit mehr als 5 Prozent investiert ist und in dem unter anderem zahlreiche US-Universitätsfonds Geld angelegt haben, werde jedoch weiter laufen. Fraglich ist, wie viele Investoren nun ihr Geld aus dem Fonds ziehen wollen.

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