Ifo-Index im Fokus
Dax-Ausblick: Frostige Stimmung

Anleger müssen sich auch nach Ostern erst einmal warm anziehen; sie dürften einen unterkühlten Start in den Börsen-Frühling erleben. Stimmungsindikatoren, zum Beispiel der anstehende Ifo-Geschäftsklimaindex, gewinnen da eine große Bedeutung.

HB FRANKFURT. "Nach wie vor dominiert die Angst vor den Folgen der Finanzkrise an den Märkten. Positive Impulse sind nicht abzusehen, es dürfte daher volatil bleiben", sagt Dennis Nacken, Aktienstratege von Allianz Global Investor (AGI). "Das Beste, was dem Dax passieren kann, wäre, wenn alle Banken und Investmenthäuser über Ostern ihre faulen Eier suchen und auf einen Schlag offenlegen", bringt es Marktstratege Mirko Pillep von der Helaba auf den Punkt. Eins scheint seiner Ansicht nach klar zu sein: "Die Gemengelage bleibt angesichts weiterer Gerüchte um weiteren Abschreibungsbedarf bei den Banken weiter schlecht."

Der Vertrauensverlust in das globale Finanzsystem nach dem Notverkauf der US-Investmentbank Bear Stearns und der Fall des Dax auf ein Jahrestief dürften den Anlegern noch in den Knochen stecken. "Technisch sieht es nach dem Fall wichtiger Unterstützungsmarken nicht sonderlich gut aus", sagt Nacken.

Davon gehen auch die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger aus. "Nachdem der Dax die untere Unterstützungslinie von 6 150 Punkten getestet hatte, konnte zwar eine Erholung eintreten und die alte Unterstützungslinie von 6 450 Punkten kurzfristig wieder erreicht werden, aber bisher ohne nachhaltigen Bestand. Nur über dieser Marke besteht eine geringe Möglichkeit, wieder den steilen Abwärtstrend zu verlassen", schreiben sie in ihrer aktuellen "Marktmeinung aus Stuttgart".

Stützungsmaßnahmen hätten "nur kurzfristige Auswirkungen", nach unten wie nach oben. "Steht keins dieser besonderen Ereignisse auf der Tagesordnung, verfallen die Aktienindizes wieder in Melancholie mit entsprechender Tendenz nach unten", beobachten die Stuttgarter weiter.

Im Raum stehe weiterhin die Frage: Ist die große Moll-Stimmung gerechtfertigt? Die Ellwanger & Geiger-Experten können dies "nur mit ?Jein?" beantworten. Problem sei die Undurchschaubarkeit der augenblicklichen Situation. Die Unsicherheit berge "die Gefahr der unvorhergesehenen Reaktionen auf Ereignisse, die vom eigentlichen Hergang zu handeln wären". Ein "Schneeballsystem" sei zwischenzeitlich entstanden - selbst Unternehmen mit gut gefüllten Auftragsbüchern verspüren eine Delle im Geschäft, auch in und insbesondere in Deutschland. Das könne "im Exzess wieder bis zu Gewinnwarnungen führen", befürchten die Beobachter. Und wieder würden die Kurse nach unten rutschen.

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