Immobilienkonzern
IVG will Schadensersatz in Millionenhöhe

Noch immer steckt der Immobilienkonzern IVG in einer tiefen Existenzkrise, die Insolvenz läuft. Jetzt fordert der Konzern Schadensersatz von vier ehemaligen Managern wegen Fehlverhaltens – und das in Millionenhöhe.
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FrankfurtDer insolvente Immobilienkonzern IVG fordert von vier früheren Vorständen Schadenersatz in Millionenhöhe. Ein IVG-Sprecher bestätigte am Samstag einen Bericht der „Wirtschaftswoche", nach dem der bis 2008 amtierende Vorstandsvorsitzende Wolfhard Leichnitz und seine damaligen Vorstandskollegen Bernd Kottmann, Andreas Barth und Georg Reul jeweils rund 8,5 Millionen Euro plus Zinsen an den Konzern überweisen sollen.

Eine von der IVG mit einer Prüfung beauftragte Anwaltskanzlei habe beim Kauf des Gherkin Towers in London 2007 Fehlverhalten der Manager festgestellt. Die vier betroffenen Manager äußerten sich gegenüber der „Wirtschaftswoche" nicht zu den Vorwürfen.

Die IVG hatte im August ein Schutzschirmverfahren nach dem neuen deutschen Insolvenzrecht beantragt. Sachwalter Horst Piepenburg überwacht die Insolvenz in Eigenverwaltung. Der Bonner Immobilienkonzern hatte sich mit schuldenfinanzierten Projekten wie dem Büro- und Geschäftskomplex „The Squaire" am Frankfurter Flughafen verhoben. In London ist die IVG am Büroturm „Gherkin" (deutsch: Gurke) beteiligt, der zu einem Wahrzeichen des Bankenviertels der Finanzmetropole geworden ist.

Die Schadenersatzforderungen könnten sich dem Magazinbericht zufolge noch erhöhen. So plant der IVG-Vorstand eine Sonderprüfung aller IVG-Geschäfte von 2006 bis 2008. Allerdings habe Piepenburg dem noch nicht zugestimmt. 2007, im letzten Boomjahr vor der Finanzkrise, verwaltet die IVG ein Immobilienvermögen von 20 Milliarden Euro und zählte zu den wichtigsten Akteuren auf dem europäischen Markt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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