In den ersten Handelsminuten sind teilweise noch die Schlusskurse vom Vortag in den Indizes enthalten – Börse ist gesprächsbereit
Zertifikate-Anbieter fordern neue Dax-Berechnung

Die großen Emittenten von Zertifikaten und Optionsscheinen verlangen von der Deutschen Börse, dass sie ihre Indizes nach Beginn des Handels um neun Uhr anders berechnet. Hintergrund ist, dass die Börse Dax, MDax, TecDax und SDax auch veröffentlicht, wenn in einzelnen Aktien noch kein Handel statt gefunden hat. Die Titel werden dann mit den Xetra-Schlusskursen des Vortages eingerechnet.

mp/scc DÜSSELDORF/FRANKFURT/M. Das führt bei den Anbietern von Zertifikaten und Optionsscheinen zu Problemen: „Kaufen Anleger zum Beispiel Hebelprodukte auf den Dax, orientieren sie sich natürlich am Dax, um zu sehen, ob und zu welchem Preis ihre Order ausgeführt wurde“, sagt Michael Thomas, Derivateexperte von ABN Amro. Allerdings berechnen die Emittenten den Preis für Hebelzertifikate oder Optionsscheine an Hand des Dax- Future, der an Terminbörse Eurex gehandelt wird. Die Eurex allerdings stellt den Terminkontrakt Dax-Future erst ein paar Minuten nach 9 Uhr fest, sagt Thomas. Gab es über Nacht marktbewegende Nachrichten, könne es auf Grund der Diskrepanz zwischen erstem Dax-Stand und dem Dax-Future schon einmal dazu kommen, dass Aufträge von Anlegern nicht oder zu einem aus dessen Sicht zu hohen beziehungsweise zu niedrigen Preisen ausgeführt werden, sagt Sven Scheuble, von der Deutschen Bank.

Allerdings sei die Praxis der Emittenten logisch, sagt Thomas, denn die Anleger wollen ja den „Aktienkorb Dax“ von heute und nicht den von gestern kaufen. Vielmehr solle die Deutsche Börse ihre Kommunikation verbessern, sagt Thomas, „schließlich trommelt sie bei einer Umstellung des Dax auch schon Wochen vorher“.

Die Deutsche Börse will sich in den nächsten Wochen erst intern und dann mit den betroffenen Banken zusammen setzen und nach einer Lösung suchen. Auch der Arbeitskreis Aktienindizes soll sich mit der Thematik befassen. Dessen nächste Sitzung ist am 3. Dezember.

Verschiedene Modelle sind dabei laut einem Sprecher der Deutschen Börse denkbar. Eines könnte vorsehen, dass so lange der Vortageskurs einer Aktie zur Index-Berechnung heran gezogen wird, bis eine bestimmte prozentuale Schwelle des durchschnittlichen Gesamthandels erreicht ist. Eine weitere Variante könnte dahin gehen, dass ein neuer Indexstand erst bestimmt wird, wenn ein bestimmter Anteil aller großen Handelsteilnehmer aktiv ist.

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