In den letzten sechs Monaten kletterte die Porsche-Vorzugsaktie bereits rund 18 Prozent
Porsche könnte Dividende anheben

Dass der Stuttgarter Sportwagenbauer am Mittwoch erneut einen Rekordgewinn für das abgelaufene Geschäftsjahr 2002/03 (zum 31. Juli) ausweisen wird, steht außer Zweifel. Vorstandschef Wendelin Wiedeking hat es oft genug wiederholt. Die Experten streiten nur noch, wie stark der Geländewagen „Cayenne“ das Ergebnis nach oben getrieben hat.

HB STUTTGART. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte vor Wochen schon unter Berufung auf Porsche-Manager einen Gewinn vor Steuern von „über 950 Millionen Euro“ genannt, was 15 Prozent mehr wären als 2001/02. HVB-Analyst Georg Stürzer liegt mit seiner Schätzung von 945 (Vorjahr: 829) Millionen Euro knapp darunter. Nach der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch wird das Geheimnis nun gelüftet. Stürzer rechnet dann auch mit der Ankündigung einer neuerlichen Dividendenerhöhung: 4,10 Euro seien drin, 50 Cent mehr als ein Jahr zuvor - ohne die damals gezahlte Sonderausschüttung ausnimmt.

Der „Cayenne“ sollte das Auf und Ab des Sportwagengeschäfts etwas abmildern, hatte Wiedeking den Bau des ersten Geländewagens mit dem Porsche-Pferdchen auf der Kühlerhaube gerechtfertigt. Die Strategie ging schon im ersten Jahr nach der Einführung auf: Über 20 000 Cayenne ließen den Porsche-Absatz um 23 Prozent auf 66 800 Einheiten und den Umsatz um 15 Prozent auf etwa 5,6 Milliarden Euro klettern. Nur mit Sportwagen hätte ein Absatzminus von 14 Prozent zu Buche gestanden. Schließlich lässt sich der besonders konjunktursensible „Boxster“ vor allem in den USA inzwischen deutlich schlechter verkaufen, und auch der in die Jahre gekommene 911er schwächelt angesichts der Flaute auf den wichtigsten Porsche-Märkten Deutschland und USA. „Der Konzern stellt unter Beweis, dass man auch in schwierigen Zeiten einen Gewinnanstieg erreichen kann“, sagt Stürzer.

Ein verhaltener Ausblick von Finanzvorstand Holger Härter auf das nächste Geschäftsjahr hatte die Börse im September allerdings aufgeschreckt. Porsche könne zufrieden sein, das Ergebnis des vorangegangenen Jahres wieder zu erreichen, hatte er in einem Interview mit Reuters gesagt. Rund 70 000 Sport- und Geländewagen dürften verkauft werden, Wiedeking hatten vor einem halben Jahr noch bis zu 80 000 vorgeschwebt. Doch Härters Äußerungen wurden von den Investoren aber auch schnell wieder als das übliche „Understatement“ des Unternehmens verworfen: Der Kurs der Porsche-Vorzugsaktie stieg seitdem um 18 Prozent auf zuletzt 444 Euro.

Analyst Stürzer ist ebenfalls optimistisch: Mit dem Turbo und den 4S Cabrio habe Porsche renditeträchtige Top-Modelle auf den Markt gebracht, und Ende November soll der Cayenne in einer Sechszylinder-Variante mit VW-Motor verkauft werden, die das Segment nach unten abrundet. Den Verkauf von bis zu 30 000 Cayenne hat Porsche für 2003/04 angepeilt. „Der Mix wird dadurch eher noch besser“, sagt der HVB-Experte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%