In Großbritannien
Ex-Fondsmanager wegen Insiderhandels verhaftet

Milliardenvermögen verwaltete Mark Lyttleton bei Blackrock in London. Nun ist der ehemalige Fondsmanager offenbar verhaftet worden – wegen Insiderhandels. Es wäre ein erster Erfolg für den Nachfolger der britischen FSA.
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LondonMark Lyttleton, ehemaliger Fondsmanger bei Blackrock, ist Ende April im Zusammenhang mit Insiderermittlungen der britischen Financial Conduct Authority (FCA) verhaftet worden. Das berichteten zwei Personen, die mit dem Vorgang vertraut sind.

Lyttleton wurde zusammen mit einer unbekannten Frau in West-London festgenommen, sagte eine der Personen. Ein FCA-Sprecher lehnte einen Kommentar zu den Ermittlungen ab. Lyttleton war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

In einer Mitteilung hatte die FCA gemeldet, dass ein 41-jähriger Mann und eine 37-jährige Frau im Rahmen einer Durchsuchung durch die Londoner Polizei verhaftet worden seien.

Die FCA geht gegen Insiderhandel durch Mitarbeiter von Londoner Finanzfirmen vor, nachdem sie sich zuvor auf weniger prominente Personen konzentriert hat. Die Behörde ermittelt derzeit gegen sieben weitere Personen. Dieser Straftatbestand wird bei einer Verurteilung mit bis zu sieben Jahren Gefängnis geahndet.

„Die FCA hat uns mitgeteilt, dass sich die Anschuldigungen auf Handlungen beziehen, die der persönlichen Bereicherung dienten und außerhalb unserer Geschäftsräume durchgeführt wurden, und dass weder gegen Blackrock noch gegen irgendeinen weiteren Mitarbeiter ermittelt wird“, schrieb Brian Beades, Sprecher von Blackrock in New York, in einer Mitteilung. Das Unternehmen kooperiere bei den Ermittlungen, so Beades.

Die FCA hatte Anfang April die Aufgabenbereiche Marktmissbrauch und Verbraucherfinanzen von der Financial Services Authority (FSA) übernommen. Diese wurde abgeschafft, nachdem ihr Versagen bei der Verhinderung der Finanzkrise von 2008 vorgeworfen worden war.

Lyttleton, der im Londoner Blackrock-Büro tätig war, managte unter anderem den Blackrock UK Dynamic Fund mit einem Vermögen von 558 Millionen Pfund (657 Millionen Euro), und den Blackrock UK Absolute Alpha Fund mit 383 Millionen Pfund. Er verließ Blackrock offenbar Ende März. Lyttleton hatte bei der Investmentsparte von Merrill Lynch & Co. gearbeitet, die 2006 von Blackrock übernommen wurde.

Den Festnahmen im April waren Haus- und Bürodurchsuchungen im Schweizerischen Zug vorausgegangen. Judith Aklin, Sprecherin der Zuger Polizei, sagte, dass die Durchsuchungen am 30. April nach Eingang eines Rechtshilfeersuchens aus Großbritannien durchgeführt wurden. Weitere Kommentare wollte sie nicht abgeben.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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