Index-Regeln
Börse schüttelt Indizes weiter durch

In den großen deutschen Börsen-Indizes gibt es erneut eine Änderung. Für Repower wird ab Montag Medigene in den TecDax einziehen. Auch im Dax zeichnen sich weitere Veränderungen immer klarer ab. Infineon und der Postbank droht im März der Abstieg. Als Nachrücker drängt sich Fresenius auf, auch Gea und Hannover Rück können sich Hoffnungen machen.

DÜSSELDORF. Die Deutsche Börse legt weiter kräftig Hand an ihre Indizes an. Am kommenden Montag wird sie im Technologieindex TecDax eine außerplanmäßige Änderung vornehmen. Für das Windkraftunternehmen Repower wird dann der Biotech-Konzern Medigene in den TecDax auf. Die Aktie von Medigene, die bis September 2006 schon einmal im TecDax notiert war, sprang nach der Mitteilung um mehr als zehn Prozent an, Repower-Aktien reagierten kaum auf die Nachricht.

Als Grund für die erneute Änderung gab die Börse an, dass der Streubesitz - also der Anteil frei handelbarer Aktien - bei Repower unter die Mindestgrenze von zehn Prozent gefallen ist. Damit erfüllt das Unternehmen, das sich mehrheitlich im Besitz des indischen Suzlon-Konzerns befindet, nicht mehr die Kriterien für die Mitgliedschaft in einem der deutschen Auswahlindizes.

Die Deutsche Börse hat ihre Indexregeln in den vergangenen Monaten mehrfach geändert. Die Vorschriften für den Streubesitz verschärfte sie Ende November. Statt fünf Prozent müssen nunmehr zehn Prozent der Aktien eines Unternehmens frei handelbar sein, damit dieses für einen Index Berücksichtigung findet.

Im TecDax ist Repower bereits das dritte Unternehmen, das seinen Platz aufgrund der Regelverschärfung verliert. Zuvor waren bereits Epcos und Versatel wegen zu geringem Streubesitz aus dem Index gestrichen worden. Im MDax war der Versicherer AMB Generali im Dezember Opfer der neuen Regel geworden.

Im Dax hat die Streubesitzregel bisher dagegen keine Veränderungen nach sich gezogen. Eine andere Regeländerung könnte hier allerdings im März für Veränderungen sorgen. Ende Januar hatte die Börse die Vorschriften für den so genannten "Fast Exit", also den außerplanmäßigen Rauswurf von Unternehmen aus den Indizes geändert. Wenn ein Unternehmen zu den dreimonatlichen Überprüfungsterminen die Kriterien für eine Indexmitgliedschaft nicht mehr erfüllt, reicht es nun aus, wenn ein potenzieller Nachrückkandidat in der Rangliste der größten Unternehmen - gemessen an der Marktkapitalisierung des Streubesitzes - zu den Top 35 gehört und die Aktie beim Börsenumsatz zu den 45 meistgehandelten Werten zählt. Bislang galt bei beiden Kriterien ein Rang unter den ersten 35 als Voraussetzung für einen außerplanmäßigen Aufstieg.

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