Index-Umbau
Dow Jones: Wer folgt auf General Motors?

Seit 84 Jahren gehört General Motors zu den Mitgliedern im Dow Jones, dem bekanntesten Aktienindex der Welt. Doch infolge der möglichen Insolvenz würde der Autobauer seinen Platz verlieren. Sogar der völlige Ausschluss von der Börse droht. Spannend ist auch die Frage, wer für GM in den altehrwürdigen Index aufrückt. Einige Namen werden bereits als heiße Tipps gehandelt.

HB NEW YORK. Ein Insolvenzantrag von General Motors hätte direkte Folgen auch für das wichtigste Börsenbarometer der Vereinigten Staaten, den Dow-Jones-Index. Insolvente Firmen können nach den geltenden Regeln an der Wall Street nicht Mitglieder in der exklusiven Riege der 30 bedeutendsten Unternehmen der USA sein. Nach gut 84 Jahren müsste der traditionsreiche Autobauer aus der Liga der Top-Unternehmen herabsteigen.

GM wäre in der laufenden Krise das zweite Unternehmen, das aus der ersten Börsenliga vertrieben wird. Zuvor hatte bereits den Versicherungsriesen AIG dieses Schicksal getroffen, nachdem die Regierung 80 Prozent der Anteile des vor der Insolvenz stehenden Unternehmens übernommen hatte.

Die letzte Entscheidung über die Aufnahme in den Dow-Jones-Index liegt beim Chefredakteur des "Wall Street Journals", Robert Thomson. Anders als bei der Deutschen Börse gibt es an der Wall Street keinen strengen Katalog, nach dem ein Unternehmen praktisch automatisch aus dem Deutschen Aktienindex Dax ausscheidet oder Anspruch auf Aufnahme hat, wenn es bestimmte Kriterien erfüllt.

GM war 1925 in den Dow aufgenommen worden. Seit Jahresbeginn haben die Aktien von GM 55 Prozent ihres Wertes verloren, seit dem letzten Börsenhoch im Oktober 2007 sogar 97 Prozent. Der Dow dagegen hat insgesamt im laufenden Jahr 5,4 Prozent verloren und liegt auch nur 41,4 Prozent unter dem Rekord von 2007.

AIG war im Index durch den Lebensmittelkonzern Kraft ersetzt worden. Für die Nachfolge von GM, sofern der Opel-Mutterkonzern wie erwartet tatsächlich spätestens nächste Woche unter den Gläubigerschutz des Insolvenzverfahrens flüchten muss, werden eine Anzahl von Namen gehandelt. Der Chefstratege von BNY ConvergEx, Nicholas Colas, könnte sich sieben Firmen vorstellen, die GM im Index ersetzen könnten: die Banken Goldman Sachs und Wells Fargo, aber auch die High-Tech-Firmen Cisco, Apple, Google und Oracle sowie der Agrarkonzern Monsanto.

Möglicherweise würde GM im Fall der Insolvenz sogar gänzlich von der Börse in New York ausgeschlossen. Gegenwärtig erfüllt der Autohersteller noch die Mindestkriterien für die Zulassung zum Handel an der New York Stock Exchange. Ein Konkursantrag hätte auf jeden Fall eine neuerliche Überprüfung zufolge.

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