Index-Weiterentwicklung
Der Dax öffnet sich dem Ausland

Die Deutsche Börse will von Oktober an auch ausländische Unternehmen in ihren Aktienindex Dax aufnehmen. Finanzexperten sehen in dem Beschluss einen weiteren Schritt zur Vorbereitung auf eine Übernahme der Vierländerbörse Euronext.

FRANKFURT. Die Aktie des irischen Staatsfinanzierers Depfa gilt als der große Profiteur des neuen Regelwerkes, das ab Oktober für den Deutschen Aktienindex (Dax) gilt. Dann dürfen auch ausländische Unternehmen, deren operativer Sitz in Deutschland liegt oder deren Aktien schwerpunktmäßig an der Frankfurter Börse gehandelt werden, in den Dax aufgenommen werden. Die Depfa-Aktie, die derzeit im Nebenwerteindex MDax gelistet ist, gehörte gestern zu den großen Gewinnern. Auch der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, dessen Aktie ebenfalls in den Dax aufsteigen könnte, legte zu.

Ein Listing unter den deutschen Top-30 kommt für viele Unternehmen einem Ritterschlag gleich. Die immer größer werdende Zahl passiv gemanagter Fonds, die einen Index in seiner Gesamtheit nachbilden, müssten diese Werte bei Aufnahme nachkaufen.

Daneben unterstellten gestern etliche Analysten der Deutschen Börse ein gewisses Eigeninteresse bei der Aufstellung der neuen Regeln. Im Falle einer Fusion mit einem ausländischen Börsenbetreiber würde diese sich ihren Dax-Platz erhalten. „Die Deutsche Börse bereitet sich mit diesem Schritt auf eine mögliche Fusion mit anderen Partnern vor“, sagt Kai Stabel vom Kursmakler ICF. Selbst im Falle einer Fusion mit der Vierländerbörse Euronext und einer Verlagerung des juristischen Sitzes ins Ausland, bestünde auf diese Weise die Möglichkeit, im Dax zu bleiben.

Die Deutsche Börse selbst wies solche Überlegungen weit von sich. „Wir sind seit einem Jahr mit der Weiterentwicklung des Regelwerkes beschäftigt“, sagt Holger Wohlenberg, Managing Director bei der Deutschen Börse. Entsprechend sei es Zufall, dass beide Entwicklungen zusammenfallen.

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