Indizes und Eurex stehen vor Veränderungen
Kürzere Handelszeiten fordern Anpassungen

Nach der Entscheidung der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) vom Mittwoch, den Xetra-Handel ab dem 3. November um 17.30 Uhr statt bisher um 20 Uhr zu beenden, wird es in den kommenden Wochen noch etliche Anpassungen geben, die für Anleger relevant sind.

scc FRANKFURT/M. Beispiel Deutscher Aktienindex (Dax): Wurde der Dax früher zweifach berechnet, nämlich als Xetra-Dax für den Computerhandel und als Parkett-Dax, so gibt es heute lediglich noch „den Dax“ als eingetragenes Handelszeichen, der sich aus Xetra-Kursen speist. Da machte insofern Sinn, da sowieso rund 95 % des Handelsvolumens über Xetra laufen. Die Einflüsse des Parketthandels wurden über die Jahre immer geringer.

Wenn ab dem 3. November jedoch der Xetra-Handel um 17.30 Uhr schließt, könnte es nach Einschätzung von Experten durchaus sein, dass dann bis 20 Uhr wieder ein Parkett-Dax berechnet wird. „Wir unterhalten uns derzeit über viele Szenarien“, hieß es gestern lediglich von Seiten der Deutschen Börse zu diesem Thema. In den nächsten ein bis zwei Wochen soll es hierzu eine Entscheidung geben. Tatsache ist, dass für die Zeit zwischen 17.30 Uhr und 20 Uhr künftig eine Lösung gefunden werden muss.

Noch unklar ist ebenfalls, mit welcher Tendenz die Eröffnungsauktion am folgenden Handelstag starten wird: Mit dem Xetra-Dax- Schlusskurs von 17.30 Uhr oder dem Schlusskurs des Parkett-Handels um 20 Uhr. Je nach Differenz könnten sich unterschiedliche Tendenzen für die Eröffnungsauktion ergeben. Ob es allerdings überhaupt zu größeren Abweichungen zwischen beiden Indexständen kommt, ist davon abhängig, ob der Abendhandel auf dem Parkett künftig entsprechende Bedeutung finden wird. Im laufenden Jahr war es so, dass lediglich 7 % der gesamten Tagesumsätze in der Zeit zwischen 17.30 Uhr und 20 Uhr anfielen. Zudem handelte es sich dabei um jede Menge kleinerer Orders von Privatanlegern.

„Selbst wenn ein institutioneller Anleger nach Xetra-Schluss noch auf dem Parkett handeln wollte, bekäme er häufig nicht die für ihn relevanten Stückzahlen zusammen“, sagte gestern ein Händler. Insofern sei nicht zu erwarten, dass es im Abendhandel nun zu einer merklichen Belebung kommt. So gesehen könnte es nach dem 3. November wie bereits in der Vergangenheit sein: Der Dax-Stand um 20 Uhr dürfte sich, sofern es nicht zu extremen Kursbewegungen an der Wall Street kommt, nur unwesentlich von dem um 17.30 Uhr unterscheiden.

Auch bei der Berechung des paneuropäischen Stoxx 50 und des für Euroland bedeutenden Euro Stoxx 50 dürften in den nächsten Wochen Veränderungen zu erwarten sein. Beide europäische Leitindizes werden derzeit wegen des starken Gewichtes deutscher Werte noch bis 20 Uhr berechnet. In Stoxx 50 sind derzeit neun deutsche Unternehmen vertreten, im Euro Stoxx 50 sind es deren zwölf. Wenn Xetra künftig um 17.30 Uhr schließt, wäre man auf einer Ebene mit den wichtigsten europäischen Börsenplätzen in London, Paris, Zürich, Mailand und Madrid, weshalb ein Vorziehen des Schlussstandes auch für die Stoxx-Familie erwartet wird.

Geklärt werden soll in den nächsten beiden Wochen auch, wann die Terminbörse Eurex in Zukunft schließen wird. Bislang hat sie bis 19 Uhr geöffnet, jedoch geht man am Markt davon aus, dass dort künftig ebenfalls früher Schluss sein wird. Ob dies allerdings schon wie bei Xetra ab dem 3. November der Fall sein wird, darüber herrscht im Moment noch Unklarheit. „Das kann, muss aber nicht zwingend sei“, hieß es gestern von Marktteilnehmern.

Quelle: Handelsblatt

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