Innovative Investments
Hedge-Fonds für die Börse

Immer mehr Hedge-Fonds-Gesellschaften öffnen sich über den Gang an die Börse dem privaten Anlegerpublikum. Experten betrachten den Gang von immer mehr Anbietern aufs Parkett mit Sorge. Das könne ein Warnsignal für eine bevorstehende Abkühlung des Hedge-Fonds-Booms sein, befürchten einige Beobachter.

FRANKFURT. Zwei Motive stehen dabei im Vordergrund: In einigen Fällen nutzen diese speziellen Gesellschaften der Finanzdienstleistungsbranche die Aktienbörsen als Quelle für die Beschaffung frischen Eigenkapitals. In anderen Fällen machen die Gründer, Altaktionäre und Manager solcher Unternehmen auch einfach Kasse, indem sie sich von einem Teil ihrer Aktien trennen.

Das Abkassieren – wie im Falle der Schweizer Partners Group – haben einige Beobachter bereits als erstes Zeichen für eine anstehende Abkühlung des Hedge-Fonds-Booms interpretiert. „Bei unserem Börsengang haben wir kein frisches Kapital eingesammelt, vielmehr haben die Anteilseigner einen Teil ihrer Aktien verkauft und Kasse gemacht“, sagte Alfred Gantner, Chairman der Partners Group, dem Handelsblatt. Das Unternehmen hatte im März den Gang an die Schweizer Börse vollzogen.

Auf der anderen Seite bieten börsennotierte Hedge-Fonds interessierten Anlegern auf diese Weise Zugang zum seit Jahren boomenden Markt für alternative Investments.

Die Zahl börsennotierter Unternehmen, die sich wie Hedge-Fonds mit Alternativ-Investments jenseits von Aktien und Anleihen beschäftigen, ist in den vergangenen Jahren jedenfalls kräftig gestiegen. Nachdem die weltgrößte bankenunabhängige Hedge-Fonds-Firma Man Group plc über Jahre hinweg einziges börsennotiertes Unternehmen dieser Zunft war, weisen die Kurslisten der Börsen inzwischen sieben Namen auf (s. „Hedge-Fonds-Aktien“). „Wir sind froh über jede neue Gesellschaft auf der Liste“, erklärte die Man Group. Hierdurch hätten die Anleger in der Vergangenheit erkennen können, dass die Man-Aktien an der Börse in London unterbewertet gewesen seien, sagte der scheidende Man-Vorstandschef Stanley Fink dem Handelsblatt.

Unternehmen des stark wachsenden Finanzmarkt-Segments listen inzwischen jedoch nicht nur ihre eigenen Aktien, sondern auch einzelne von ihnen gemanagte Fonds. Grund: Auf diese Weise geben die Gesellschaften auch privaten Anlegern direkten Zugang zu ihren Fonds. So können sich zum Beispiel deutsche Anleger nicht nur an Dach-Hedge-Fonds, sondern auch an Single-Hedge-Fonds beteiligen und damit das in Deutschland bestehende Vertriebsverbot für vom Gesetzgeber als riskant angesehene einzelne Hedge-Fonds umgehen.

Zahlreiche dieser Dach- und Single-Hedge-Fonds sind an Börsen in London und Dublin notiert. Pionier auf diesem Gebiet war die Schweizer Syz Bank, deren Hedge-Fonds-Portfolio Altin bereits seit dem Jahr 1996 sowohl in Zürich als auch in London gelistet ist. Darüber hinaus hat die britische BlueCrest Capital Management – eines der großen Unternehmen der Alternativ-Investment-Branche – kürzlich angekündigt, einige ihrer Produkte an der Börse in London einführen zu wollen.

Diesen Schritt hat jetzt bereits die kanadische Investmentgesellschaft Goodman & Company an der Börse Toronto mit ihrem Single-Hedge-Fonds Divers Global Dividend Value Fund vollzogen. Darüber hinaus hat die Börse in Singapur erklärt, sich als Plattform für das Listing sowohl von Hedge-Fonds-Produkten als auch von Hedge-Fonds-Gesellschaften aufstellen zu wollen.

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