Insider-Handel
Wall Street droht mächtiger Manipulations-Skandal

Auf die New Yorker Börsenszene könnten einige unschöne Enthüllungen zu kommen. Das "Wall Street Journal" schreibt von geplanten Klagen gegen Finanzinvestoren, die sich mit Insiderhandel hohe Gewinne ergaunert hatten. Laut des Zeitungsberichts könnten erste Anschuldigungen noch vor Ende des Jahres öffentlich werden.
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NEW YORK. Die US-Behörden bereiten einem Zeitungsbericht zufolge in großem Stil Klagen gegen Finanzinvestoren vor. Der Vorwurf: Insiderhandel. Betroffen sei eine ganze Reihe von Investoren wie Investmentbanker oder Hedge-Fonds-Manager, berichtete das "Wall Street Journal" am Samstag. Es gehe möglicherweise um unrechtmäßige Gewinne in Höhe von Dutzenden Millionen Dollar, heißt es unter Berufung auf nicht näher genannte, mit dem Sachverhalt vertraue Personen. Einige Anschuldigungen könnten noch vor Jahresende öffentlich werden, schreibt das Blatt.

Im Zentrum der Ermittlungen steht offenbar Manhattans Staatsanwalt Preet Bharara, der dem illegalen Handel auf Basis rechtswidrig weitergegebener vertraulicher Daten den Kampf angesagt hat. 2009 machte er Schlagzeilen mit Klagen wegen Insiderhandels durch Kunden des Hegde-Fonds Galleon. Unklar war gestern, ob es sich bei den vom "Wall Street Journal" beschriebenen neuen Ermittlungen verschiedenster US-Behörden tatsächlich um eine konzertierte Aktion handelt. Das Blatt beschreibt einen sehr heterogenen Mix unterschiedlicher Vorwürfe und Beschuldigter.

"Expertennetzwerke" geraten in das Visier der Ermittler

Eine Spur, der die Ermittler nachgehen, ist demnach die wachsende Zahl von Beratungsfirmen, die Investoren mit Ex-Managern von Firmen zu Gesprächen zusammenbringen. Diese "Expertennetzwerke" erfreuen sich unter Fondsmanagern wachsender Beliebtheit, weil sie dadurch mehr über die Firmen zu erfahren hoffen. Offenbar vermuten die Behörden, dass es dabei auch zu Weitergabe vertraulicher Informationen gekommen ist.

In einem Fall hatte das FBI den Chef einer dieser Beratungsfirma für eine Abhöraktion eines solchen Gesprächs gewinnen wollen. Dieser hatte allerdings abgelehnt und seine Kunden per Brief von dem Ansinnen der Behörde informiert. Der Adressatenkreis dieses Briefes, der dem Wall Street Journal vorliegt, liest sich wie das "Who is who" der amerikanischen Hegde-Fonds-Szene. Erhalten haben das Schreiben demnach unter anderem SAC Capital, Citadel Asset Management und Wellington Management. Auch die Fondsgesellschaft Janus Capital gehört zu den Empfängern.

Ein anderer Strang der Ermittlungen richtet sich gegen die Investmentbank Goldman Sachs. Das Institut war Berater bei zwei Fusionen in der Pharmabranche, bei denen die Kurse der Übernahmekandidaten vor Bekanntwerden der Transaktionen plötzlich deutlich angestiegen waren. Die Behörden untersuchen seit längerem, ob die Weitergabe von Informationen durch Mitarbeiter der Bank an Investoren dafür verantwortlich sein könnte. Goldman Sachs lehnte einen Kommentar zu den Vorwürfen ab. Auch Sprecher von Staatsanwalt Bharara, des FBIs und der Finanzmarktaufsichtsbehörde SEC lehnten eine Stellungnahme zu den Ermittlungen ab.

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