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Topmanager kaufen massiv Aktien

Während Anleger regelrecht aus Aktieninvestments fliehen, lassen sich die Topmanager deutscher Unternehmen von den jüngsten Börsenabstürzen nicht beeindrucken. Sie kaufen so viele Aktien wie nie zuvor.

FrankfurtEs war im Frühjahr 2009, als viele Volkswirte das Wort „Double Dip“ benutzten und damit einen erneuten Rückfall in die gerade ausgestandene Rezession für möglich hielten. Die Vorstände und Aufsichtsräte in den deutschen Großkonzernen gaben nichts auf diese Prognosen, sahen lieber auf die sich füllenden Auftragsbücher und kauften Aktien ihres Unternehmens.

Das tun sie in gleichem Umfang wie damals jetzt wieder. Weil die Vorzeichen vergleichbar sind. Wieder schließen viele Experten eine neuerliche Rezession nicht aus, wieder soll sich die Krise von den USA ausgehend auf Europa und die Welt ausbreiten. Und wieder lassen sich die Unternehmenslenker davon nicht anstecken, sondern kaufen massiv Aktien. 81 Kauforders gab es vom 2. bis zum 9. August, als die Kurse abstürzten, nur neunmal wurde verkauft. Zum Vergleich: In der Woche zuvor, als der Absturz gerade losging, wurde 29-mal gekauft und neunmal verkauft. Auch das Kaufvolumen hat sich deutlich erhöht, es verdreifachte sich nahezu im Vergleich zur Vorwoche.

Auch jenseits des Atlantiks kaufen die Manager

Das gleiche Bild ergibt sich für die USA. Auch dort gab es gerade die höchsten Insiderkäufe seit März 2009, meldete die Agentur Bloomberg am Freitag. 66 Topmanager aus 50 Unternehmen des breiten Leitindex S&P 500 haben in der vergangenen Woche gekauft. Das gab es zuletzt in der Ausverkaufsstimmung von Anfang März 2009. Damals sackte der S&P 500 auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren. So weit ist es trotz zweiwöchigen Kursverfalls diesmal noch lange nicht.

„Die Signale der Insider sind zwar positiv, aber vor allem langfristig zu werten“, sagt Simon Bölinger vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam). Wer jetzt somit wegen der Vielzahl der Käufe mit einem Umschwenken der Märkte rechnet, der interpretiert zu viel aus diesen Zahlen. Das zeigt ebenfalls ein Blick in die jüngere Geschichte. Die letzte Kaufwelle der Insider dauerte von November 2008 bis quer durch das gesamte Jahr 2009. Viele Topmanager hatten dabei auch sehr früh zugegriffen und mussten anschließend zusehen, wie es noch monatelang mit den Kursen bergab ging.

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Topmanager kaufen massiv Aktien

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Familie Merckle kauft in großem Stil

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