Insidergeschäfte
Wall-Street-Banken geraten unter Verdacht

Die amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) hat offenbar Ermittlungen gegen führende Investmentbanken an der Wall Street aufgenommen. Dabei geht es um den Verdacht, Bankmitarbeiter hätten kursrelevante Marktinformationen an bevorzugte Kunden wie Hedge-Fonds weitergereicht. Unter Verdacht steht auch die Deutsche Bank.

tor NEW YORK. Nach Darstellung der Nachrichtenagentur Bloomberg hat die SEC bei zehn Banken die Handelsprotokolle der letzten beiden September-Wochen abgefragt. Darunter soll sich auch die Deutsche Bank befinden. Die "New York Times" hatte am gestrigen Dienstag zuerst von den Ermittlungen berichtet. Die Banken wollten dazu nicht Stellung nehmen.

Die Weitergabe von nichtöffentlichen Informationen kann Investoren einen wichtigen Zeitvorsprung vor anderen Anlegern verschaffen. Will zum Beispiel ein großer Vermögensverwalter ein Aktienpaket abstoßen, können andere Marktteilnehmer mit diesem Wissen Kursgewinne erzielen oder Verluste vermeiden. Dieses "Front-running" hat die Wall Street immer wieder beschäftigt. Allerdings ging es bislang darum, dass die Banken selbst die Informationen ihrer Kunden für den eigene Handelsvorteile nutzen würden.

Die Spekulationen über angebliche Insidergeschäfte haben insbesondere durch den jüngsten Boom bei Hedge-Fonds neue Nahrung erhalten. Die risikoverliebten Finanzakrobaten bestimmen an einzelnen Tagen mehr als die Hälfte des Handelsvolumens an den großen Weltbörsen. Außerdem gehören sie zu den besten Kunden der Investmentbanken. Die Wall Street Häuser wickeln nicht nur die Transaktionen ab, sondern finanzieren auch noch viele Geschäfte mit Krediten.

Insidergeschäfte sind strafbar, aber schwer nachzuweisen, zumal sie durch den Einsatz neuer Finanzprodukte wie Derivate verschleiert werden können. In der Vergangenheit haben insbesondere große Fondsgesellschaften wie T. Rowe Price den Verdacht geäußert, ihre Handelsinformationen würden unrechtmäßig an Dritte weitergegeben. "Es gibt zu viele Interessenkonflikte zwischen Hedge-Fonds und ihren Geschäftspartnern", sagte Andrew Brooks, Chef des Aktienhandels bei T. Rowe Price, der "New York Times".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%