Insiderhandel: FBI nimmt Hochfrequenzhändler ins Visier

Insiderhandel
FBI nimmt Hochfrequenzhändler ins Visier

Das FBI verdächtigt eine Reihe von Firmen, sich mit nicht-öffentlichen Daten Vorteile an der Börse zu verschaffen. Im Visier sind sogenannte Hochfrequenzhändler. Nun suchen die Ermittler Zeugen.
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New YorkDie US-Bundespolizei ermittelt gegen eine Reihe von Hochfrequenz-Händlern mit dem Verdacht, dass sie gegen Insiderhandelsgesetze verstoßen. Im Fokus der Ermittlungen stehen dem FBI zufolge einige Firmen, die computergestützten Hochfrequenz-Handel betreiben, berichten das „Wall Street Journal“ (WSJ) und die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Die Ermittler heben den Verdacht, dass im schwer überwachbaren Hochfrequenz-Handel mit Informationen gearbeitet werde, die anderen Investoren nicht zur Verfügung stünden. Die Regierung befürchtet, dass die Praktiken illegal sind, sagte ein FBI-Sprecher dem WSJ. „Die große Sorge ist, dass Hochfrequenzhändler nicht-öffentliche Informationen früher als andere bekommen“, sagte der Sprecher.

Die Ermittlungen laufen den Berichten zufolge seit einem Jahr, doch das FBI ging erst jetzt an die Öffentlichkeit. Namentlich ungenannte Ermittler sagten dem „Wall Street Journal“, dass man auf der Suche nach Hinweisen von Händlern sei, die in illegale Praktiken verwickelt gewesen seien. Sie würden „auf verschiedene Weise davon profitieren, wenn sie uns früh anrufen“, sagte der Ermittler dem Blatt. Dem FBI zufolge arbeitet die Behörde mit der US-Börsenaufsicht SEC und anderen Regulatoren zusammen.

Die „High Speed Trading Initiative“ ist nur eine von mehreren Ermittlungen im Bereich des Hochfrequenzhandels. Auch die New Yorker Staatsanwaltschaft und die US-Börsenaufsicht ermitteln gegen Hochfrequenzhändler und Börsenplätze. Hier steht im Fokus der Ermittlungen, ob Hochfrequenzhändler rechtswidrige Vorteile erhalten und somit regulären Investoren schaden.

Die neue Art von computergestütztem Handel ist in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus von Ermittlern gerückt. In einem der aufsehenerregendsten Fälle hat sich der Hedge-Fonds SAC Capital Advisors im November in einem Vergleich des Insiderhandels schuldig bekannt, die Firma geschlossen und 1,8 Milliarden Dollar Buße bezahlt.

Michaël Jarjour
Michaël Jarjour
Handelsblatt / Freier Journalist

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