Institut will sich noch weiter auf Privatkundengeschäft konzentrieren
Postbank soll im Herbst 2004 an die Börse

Die Deutsche Postbank AG wird voraussichtlich im Herbst 2004 an die Börse gehen. Sie folgt damit der Deutschen Post, die im November 2000 ihre ersten Aktien ausgab. Es gebe zwar ein größeres Zeitfenster von 18 Monaten für die Börseneinführung der Postbank, um genügend Flexibilität zu haben und auch das Marktumfeld zu berücksichtigen, sagte Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel am Montag in Bonn. „Am wahrscheinlichsten ist aber der Herbst im nächsten Jahr.“ Dabei gebe es „keinerlei Zeitdruck“.

HB FRANKFURT. Die Post will dabei aber mindestens 50 % plus eine Aktie behalten. Post-Chef Klaus Zumwinkel rechnet grob mit einem Erlös von 2,5 Mrd. € aus dem Börsengang der hundertprozentigen Tochter. Eine Sonderausschüttung für den Bund als Post-Mehrheitsaktionär soll es dabei nicht geben. Am Montagvormittag hatten die die Aufsichtsräte von Post und Postbank grünes Licht für einen Börsengang innerhalb der nächsten 18 Monate gegeben.

Die erwarteten Milliarden-Erlöse sollten je zur Hälfte für den Abbau der Verschuldung und den Aufbau des europäischen Logistik-Netzes verwendet werden. Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) bekräftigte unterdessen ihre Bonitätseinschätzung für die Postbank. Die Post-Aktie verlor bis zum Nachmittag 0,61 % auf 14,68 €.

Der Start der Postbank-Aktie könnte der größte Börsengang in Deutschland seit Anfang 2001 werden. Die Bank ist mit mehr als zehn Millionen Kunden die größte Filialbank Deutschlands und hatte Ende 2002 gut 10 200 Mitarbeiter. Der Gewinn vor Steuern legte im vergangenen Jahr um gut 16 % auf 399 Mill. € zu.

Ziel des Börsengangs sei es vor allem, für die Aktionäre beim Post-Konzern den Unternehmenswert zu steigern, betonte Zumwinkel. „Was uns umtreibt ist die absolute Unterbewertung eines Juwels, was wir heute im Portfolio haben, das ist die Postbank.“ Die Postbank sei international mit rund 3,5 Milliarden Euro deutlich zu niedrig bewertet. Ihr Eigenkapital in den Büchern betrage allein schon 4,8 Milliarden Euro. Mit dem Börsengang werde die Postbank „in einer anderen Liga spielen“.

Keine Sonderausschüttungen an den Bund

Zumwinkel und der Chef der Postbank, Wulf von Schimmelmann, sprachen - basierend auf einem Gesamtwert der Postbank von gut fünf Mrd. € - von einem theoretischen Erlös in Höhe von rund 2,5 Mrd. €. Davon wolle die Post etwa die Hälfte in die Verbesserung ihres Ratings investieren, um wieder eine „AA“-Note statt nur „A“ zu erreichen und ihre Finanzierungskosten damit zu senken. Sonderausschüttungen an den Bund zum Stopfen von Haushaltslöchern soll es nicht geben. „Der Bund wird über eine Erholung des Börsenkapitals der Post profitieren und erst dann Geld erlösen, wenn er Post-Aktien verkauft“, sagte Zumwinkel. Der Bund hält derzeit noch rund 50 % an der Post direkt, weitere 18 % sind bei der staatlichen KfW geparkt.

Die Post strebt eine breite Streuung der Postbank-Aktien an, will also keinen neuen Großaktionär ins Boot holen. Bei dem Börsengang sollen zwei Investmentbanken die Federführung erhalten, das Auswahlverfahren läuft aber noch. Die Papiere sollen ausschließlich in Frankfurt notiert werden. Hauptsitz der Postbank soll Bonn bleiben.

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