Internationalisierung
Datenanbieter expandieren

Die Lieferanten von Fonds-Infos und Produktbewertungen wollen von der Globalisierung profitieren: Feri Rating & Research hat dafür eigens eine Task Force gebildet. Mornigstar hat die Fondsdatensparte von Standard & Poor’s Fund Services gekauft und ist damit den vorerst letzten Schritt zur Internationalisierung gegangen.

FRANKFURT. Mornigstar hat den Kauf der Fondsdatensparte von Standard & Poor’s (S&P) Fund Services abgeschlossen. Das Fondsanalysegeschäft verbleibt bei der zum McGraw-Hill-Medienkonzern gehörenden S&P. Es ist der vorerst letzte Schritt zur Internationalisierung und zum Geschäftsausbau unter den internationalen Fondsdatenbietern, zu denen als dritter Spieler auch die zur Reuters-Mediengruppe gehörende Lipper zählt.

Die Bewegungen fordern auch das eher national ausgerichtete Haus Feri Rating & Research heraus. „Wir wollen eine breitere Datenbasis zur Verfügung stellen, um der Internationalisierung gerecht zu werden. Dazu haben wir bereits eine Task Force gebildet“, sagt Feri-Chefökonom Tobias Schmidt.

Die börsennotierte Morningstar gilt als erste Adresse in den USA und hat durch den 55 Mill. Dollar schweren Kauf des S&P-Bereiches ihre Präsenz in Europa deutlich verstärkt. S&P verfügt weltweit über Daten von 135 000 Anlageprodukten, zu den vor allem Investmentfonds und Hedge-Fonds gehören.

„Die Entwicklung bei den Datenanbietern folgt dem Trend der Fondsbranche zur Internationalisierung“, sagt Morningstar-Gründer Joe Mansueto. „Große und international aktive Fondsanbieter bevorzugen einen einzigen Datenanbieter, der dann auch Daten aus verschiedenen Regionen und von unterschiedlichen Produktgruppen liefern können muss“, ergänzt der Mann aus Chicago. Morning-star hat sich bei der Akquisition auf die Rohdaten, den so genannten quantitativen Teil mit Produktangaben zu Preisen und Wertentwicklung, beschränkt.

S&P konzentriert sich in Zukunft auf das stärker bewertungsgetriebene Research unter Einsatz seiner Analysten. Experten halten eine Aufsplittung für sinnvoll. „Wir verkaufen im Wesentlichen die historischen Daten zur Anteilspreisentwicklung und konzentrieren uns auf unseren zweiten Bereich, den der Bewertung“, sagt Aidan O’Mahony, Leiter Fonds-Rating und internationale Aktienanalyse bei S&P in London. Schmidt von Feri hält das durchaus für einen gangbaren Weg: „Eine Gesellschaft ausschließlich für Research und Rating kann die Rohdaten, wenn die Qualität stimmt, von einem Dritten beziehen und darauf ihre Analysen aufbauen.“ Der S&P-Mann hält die eigene strategische Entscheidung für zukunftsweisend: „Der Trend geht bei den Produktanbietern zum Verkauf auch fremder Fonds von externen Produktanbietern, damit ist mehr denn je eine unabhängige und qualitative Einschätzung gefragt“, sagt der S&P-Mann.

Die großen Datenanbieter sind auch jenseits der aktuellen Transaktion gewachsen. Morningstar erwarb im vergangenen Jahr Ibbotson Associates, eine renommierte US-Adresse für langfristige Kapitalmarktdaten und -analysen. Das Haus kaufte außerdem eine Hedge-Fonds-Datenbank. Der internationale Konkurrent Lipper ist ähnlich aktiv. Er hatte vor fast zwei Jahren die Hedge-Fonds-Datenbank Tass Research und die auf diesem Gebiet aktive Analysefirma Hedgeworld erworben, kurz vorher die für ihre Fondskostenanalysen bekannte britische Firma Fitzrovia.

Feri sieht sich aus historischen Gründen eher als nationalen Spieler. Die Firma baute die Fondsanalyse auf, weil sie Informationen für ihre Konzernkunden in der institutionellen und privaten Vermögensverwaltung brauchte – im Unterschied zu den Konkurrenten. „Nach vorne hin wird der Wettbewerb stärker“, sagt Schmidt. In Zukunft soll der Londoner Standort eine wichtigere Rolle spielen. Schon vor einiger Zeit hatte Feri seine Datenaktivitäten mit der britischen Fund Market Information vereint, einer Adresse, die europaweite Fondsabsatzzahlen liefert. „Ziel ist, eine breitere Datenbasis zur Verfügung zu stellen, das heißt Absatz- und Performanceangaben plus angehängter Analysen auf einer elektronischen Plattform zu bieten“, sagt Schmidt.

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