Interview mit Klaus Kaldemorgen
„Das Doping wird bald wirken“

Wie geht es an der Börse weiter? Turbulent, meint Klaus Kaldemorgen. Im Interview erklärt der DWS-Chef, wo sich trotzdem Chancen bieten und wie man sich am besten gegen hohe Inflationsraten absichert.

Handelsblatt: Als der Dax vor kurzem über 5 000 Punkte sprang, hofften viele bereits auf eine Wende zum Guten. Jetzt knicken die Börsen wieder ein. Wie geht es weiter?

Klaus Kaldemorgen: Die Aktienmärkte werden im laufenden Jahr immer wieder kurze Rallyes aufweisen, allerdings ist eine anhaltende Erholung derzeit noch nicht auszumachen.

Was muss passieren, damit die Unsicherheit weicht?

Die Bondmärkte müssen wieder funktionieren, die Liquidität gerade für Credit Default Swaps (CDS) muss anziehen. Zudem müssen Aktienmärkte schlechte Nachrichten besser verdauen können. Erst dann ist der Wendepunkt erreicht.

Helfen die politischen Maßnahmen, die Märkte dauerhaft zu stabilisieren?

Die fiskalpolitischen aber auch geldpolitischen Dopingmaßnahmen werden bald Wirkung zeigen. Allerdings mit der Nebenwirkung Inflation. Ein Hinweis darauf liefert der Goldpreis, der ein Allzeithoch markiert. Mit Aktien und Unternehmensanleihen wird man der Inflation besser entkommen als mit Staatsanleihen.

Auf welche Branchen sollte man jetzt bei der Aktienauswahl setzen - und warum?

Auf große etablierte Märkte und Standardunternehmen. Dort ist ausreichend Werthaltiges zu finden. Peripherie, Leverage und Nebenwerte sind aktuell weniger interessant.

Welche Regionen sollten Anleger "übergewichten"?

Auch hier zählt Reife: USA und Europa vor Asien.

Klaus Kaldemorgen ist Sprecher der Geschäftsführung der DWS Investment GmbH und Chef-Aktienstratege bei Deutsche Asset Management

Jörg Hackhausen
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Handelsblatt Online / Reporter
Christian Panster
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Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen
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