Interview mit Rainer Riess
„Wir reduzieren die Risiken"

Der Parketthandel der Deutschen Börse läuft seit heute elektronisch. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt Rainer Riess, dem Geschäftsführer der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB), was hinter der Umstellung steckt.
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FrankfurtHerr Riess, der große Teil des Aktienhandels wird bereits vollelektronisch abgewickelt. Wofür braucht man den Parketthandel überhaupt noch?

Die Anwesenheit auf dem Parkett ist sinnvoll, da die Xetra-Spezialisten einen erweiterten Einblick in das Orderbuch haben und somit in direkter Nähe zur Handelsüberwachungsstelle sitzen. Außerdem ist das Parkett in der Frankfurter Innenstadt einige der wenigen Möglichkeiten, Börse und Börsenhandel einem breiten Publikum näher zu bringen.

Was erwarten Sie von der Umstellung?

Wir erwarten eine Verbesserung der Handelsqualität durch ein leistungsorientiertes Anreizsystem für die Spezialisten; wir stellen den internationalen Zugang zu allen an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelten Wertpapieren sicher – und wir reduzieren Risiken bei der Abwicklung von Börsengeschäften.

Es hat relativ lange gedauert, bis alle Beteiligten zugestimmt haben - warum?

Die vollständige Umstellung auf Xetra war auf Seiten der beteiligten Wertpapierhandelhäuser mit einigen Herausforderungen verknüpft. Da sind zum Beispiel die Anforderungen an das Eigenkapital; das musste zunächst wohl durchdacht werden.

Wie teuer ist die Umstellung?

Die Umstellung kostet etwa einen einstelligen Millionenbetrag.

Was passiert, wenn die Deutsche Börse mit Nyse Euronext fusioniert? Weil der Aktienhandel von NYC verantwort wird, dürfte die Umstellung doch vergebene Liebesmühe sein, oder?

Wie in der Vergangenheit auch wird die Deutsche Börse die Weiterentwicklung des Handelssystems eng mit den Marktteilnehmern und den Regulatoren abstimmen. Sollte die Systemarchitekur künftig modernisiert werden, stehen die Bedürfnisse der Kunden und der Innovationsgrad der IT-Lösung im Vordergrund. Außerdem entscheidet darüber grundsätzlich der Börsenrat der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB), in dem die Marktteilnehmer repräsentiert sind.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

 

Christian Panster
Christian Panster
Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen

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