Investment-Legende
Paulson bleibt Gold treu

Im vergangenen Jahr riet der bekannte Wall-Street-Investor John Paulson seinen Kunden, die Finger von Gold zu lassen. Er ist seinem Ratschlag nicht gefolgt. Investments in das Metall stehen bei ihm wieder hoch im Kurs.
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New YorkWenn John Paulson spekuliert, spitzt die Finanzwelt die Ohren. Schließlich sind die Wetten des Hedgefonds-Gurus legendär. 2008 machte sich der Manager einen Namen durch Spekulationen auf US-Hypothekenkredite und verdiente dabei rund 3,7 Milliarden Dollar.

Doch so manches Mal lag Paulson auch daneben. Etwa bei Gold. Der Manager war Anfang 2009 mit seiner optimistischen Haltung zu Gold aufgefallen. Er wettete auf steigende Preise wegen der lockeren Geldpolitik. Doch im vergangenen Jahr änderte sich seine Tonart, als Gold auf den ersten Jahresverlust seit 2000 zusteuerte.

2013 büßte sein PFR Gold Fund 63 Prozent ein und schrumpfte um 370 Millionen Dollar - ein Verlust, den der Spekulant zum größten Teil in seiner eigenen Tasche verkraften musste. Der Verlust tat offenbar weh - denn Paulson riet seinen Kunden, die Finger von Gold-Investments zu lassen. Der Grund: Er wüsste nicht, ob sich die Inflation weiter beschleunigen würde.

Seinen eigenen Ratschlag hat der Manager allerdings nicht befolgt, denn nur wenige Monate nach der Gold-Pleite stehen Investments in das glitzernde Edelmetall bei Paulson wieder hoch im Kurs. Der Milliardär hat seine Bestände beim größten börsengehandelten Produkt für Gold im ersten Quartal nicht angerührt.

Weil die Märkte wanken, rückt das Edelmetall erneut in den Fokus der Investoren: Die Preise für Gold waren wegen der Krise in der Ukraine zuletzt wieder angestiegen. Paulson, der größte Investor beim börsennotierten SPDR Gold Trust, hielt Ende März weiter 10,23 Millionen Anteile, geht aus einer Pflichtmitteilung hervor. Damit waren diese Gold-Bestände von Paulson bereits das dritte Quartal in Folge unverändert.

Das Edelmetall konnte im bisherigen Jahresverlauf um rund 8 Prozent zulegen, nachdem der Preis im vergangenen Jahr um etwa 28 Prozent eingebrochen war. Im März kletterte das Edelmetall auf ein 6- Monats-Hoch, während Russland sich die ukrainische Krim-Region einverleibte. Ein weiterer Treiber war der ungewöhnlich harte Winter in den Vereinigten Staaten, der die Konjunktur des Landes ausgebremst hatte.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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