Investor
Der „King of Oil“ ist tot

Glencore-Gründer Marc Rich ist tot. Der international bekannte Finanzinverstor starb in einem Krankenhaus im schweizerischen Luzern im Alter von 78 Jahren. Morgen soll Rich in Tel Aviv beerdigt werden.
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DüsseldorfEr galt als einer der mächtigsten und umstrittensten Rohstoffhändler weltweit. Marc Rich, Gründer des Rohstoffriesen Glencore, ist in einem Spital in Luzern an einem Schlaganfall gestorben, wie sein Sprecher heute Morgen bestätigte. Sein Tod sei für alle überraschend gewesen.

Der 1934 in Antwerpen als Marcell David Reich geborene „King of Oil“ - so der Titel einer Biografie - floh als Jugendlicher mit seinen Eltern vor den Nazis in die Vereinigten Staaten. Dort begann er seine Karriere bei dem von einer Gruppe jüdischer Immigranten gegründeten Handelshaus Phillips Brothers. 1974 gründete Rich mit seinem Kollegen Pincus Green die Marc Rich Group (MRAG). Das Unternehmen entwickelte sich in den 1980er-Jahren zu einem der einflussreichsten unabhängigen Rohstoffunternehmen der Welt und handelte mit allen Metallen und Mineralien von Aluminium bis Zink.

In seiner zweiten Heimat, den USA, galt Rich als umstritten: 1983 wurde der Investor vom späteren New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani der Steuerhinterziehung, Falschaussage, des Handels mit Iran angeklagt. Zum Prozess kam es aber nicht: Rich immigrierte einige Monate vor der Anklageerhebung in die Schweiz, wo seine Firma bereits seit 1974 ihren Sitz hatte.

Auf die amerikanische Staatsbürgerschaft hatte er da bereits verzichtet. Festnahmeversuchen widersetzte sich Rich erfolgreich, weil auch er ein Netz von Spitzeln an den entscheidenden Stellen unterhielt, die ihn mit Informationen versorgten. Sie erlaubten es ihm, den Ermittlern stets einen Wimpernschlag voraus zu sein.

Die, die ihn verfolgen, nannten Rich einen skrupellosen Geschäftemacher. Sie warfen ihm vor, mit dem iranischen Ajatollah-Regime just zu der Zeit gehandelt zu haben, als die fundamentalistischen Eiferer in Teheran amerikanisches Botschaftspersonal für mehr als ein Jahr in Geiselhaft genommen hatten. Auch das Apartheid-Regime in Südafrika soll der Multimillionär unterstützt und damit dessen Lebenszeit verlängert haben. Die Gewinne, die er so scheffelte, verteilte er über ein Firmengeflecht, dem kein Steuerprüfer gewachsen war.

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  • Was Sie so bewundern können.

    Glencore ist stolzer Inhaber des BLACK PLANET AWARD

    der Stiftung ethecon

    http://www.facing-finance.org/de/2013/05/uebergabe-des-black-planet-award-an-top-manager-von-glencore/

  • Beruhigt das auch die Bösen den Löffel abgeben, Glencore hat schon immer fein Embargos gegen Kriesenstaaten umgangen(siehe Iran) und nen Reibach gemacht, mal das korruptive Ausbeuten der Resourcen 3. Welt Länder aussen vor gelassen.

  • Ich lese aktuell sein Buch und wünsche seiner Famile mein Beileid.Die Zielstrebigkeit und sein Durchhaltevermögen ist bewunderswert. RIP

    Selcuk Karabiyik

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