Investoren treten selten in Schwärmen auf
Börsenexperten wählen eigenes „Unwort des Jahres“

Kursmakler und Wertpapierhändler der Börse Düsseldorf haben den Begriff „Heuschrecken“ zum Börsenunwort des Jahres 2005 gewählt.

HB DÜSSELDORF. Der von dem früheren SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering geäußerte Satz über die „anonymen Finanzinvestoren, die wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen herfallen, sie abgrasen und weiterziehen“, präge ein völlig falsches Bild von dieser Investorengruppe, teilte die Börse Düsseldorf am Dienstag mit. Mit dieser Bezeichnung werde ein ganze Branche verunglimpft.

Mit dem Begriff Heuschrecken gerieten 2005 vor allem die geschäftlichen Strategien ausländischer Beteiligungsgesellschaften und Hedgefonds in Verruf. Dass Gewinnmaximierung im Vordergrund stehe, sei durchaus legitim, was allerdings nicht die vereinzelt rüden Methoden rechtfertige. Der Begriff sei aber in jedem Fall irreführend, weil diese Investoren selten in Schwärmen aufträten.

Ein Jahr zuvor war „Seitwärtsbewegung“ das Börsenunwort, das in Anlehnung an die Sprachkritik des Germanisten Dieter Schlosser ermittelt wird.

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