IPOs
Schlechte Chancen für Börsenneulinge

Die Finanzkrise hat das Geschäft mit Neuemissionen zum Erliegen gebracht. 2008 gab es in Deutschland nur einen nennenswerten Börsengang. Experten erwarten auch für 2009 kaum mehr als eine Hand voll Aktienemissionen.

FRANKFURT. Die Chancen auf einen erfolgreichen Börsengang (IPO) dürften im kommenden Jahr mindestens so schlecht stehen wie in diesem, wenn nicht gar noch schlechter. Davon gehen Investmentbanker, IPO-Berater und Börsenkandidaten aus. "Ich bin für 2009 sehr verhalten und sehe nicht viele Kandidaten, die in Frage kämen", sagt Ute Gerbaulet, die das Geschäft mit Aktienemissionen bei der Commerzbank leitet. Zehn Unternehmen dürften nach Aussage der meisten Experten im allerbesten Fall an die Börse gehen. Genauso gut könnte aber Ende 2009 hier auch eine Null stehen.

Schon 2008 war für die Branche eine große Enttäuschung. Verliefen die beiden vorangegangenen Jahre mit über 20 Börsenneulingen im Premiumsegment Prime Standard und einem Emissionsvolumen von jeweils über sieben Milliarden Euro noch erfolgreich, so dürfte die Zahl der Emissionen diesmal bei gerade zwei und das Emissionsvolumen bei nicht einmal 400 Mio. Euro liegen. Von den zweien hat auch nur der Solar-Zulieferer SMA Solar einen nennenswerten Betrag erlöst, bei GK Software lag dieser im einstelligen Millionenbereich.

Der Einbruch bei den IPOs ist freilich kein rein deutsches Problem: Selbst am weltgrößten Kapitalmarkt der USA gab es nur 18 Börsengänge und zuletzt mit 15 Wochen die längste Pause im IPO-Geschäft seit 1970. Die Mini-Emission von Gran Canyon Education, einem Online-Bildungsanbieter, brachte nur 123 Mio. Dollar ein.

Die Flaute liegt vor allem an der Nachfrageseite, hatten doch sowohl Aktienfonds als auch Hedge-Fonds in den vergangenen Monaten riesige Mittelabflüsse. "Damit fallen gleich zwei wichtige Gruppen als Investoren aus", sagt Klaus Fröhlich, der bei Morgan Stanley für das Geschäft mit Aktienemissionen in Deutschland zuständig ist.

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