Jahresendrally bleibt aus
Aktienmärkte: Kein gutes Ende in Sicht

Die Angst ist zurück an den Aktienmärkten. Weltweit sind die Kurse in den vergangenen Handelstagen in den Keller gerauscht. Damit stirbt auch der letzte Funken Hoffnung, dass die Börsen bis zum Ende des Jahres noch einmal zulegen können. Die Jahresendrally fällt aus - darin sind sich die Analysten und Aktienstrategen mittlerweile einig.

HB FRANKFURT/LONDON. Bisher waren die letzten Wochen an der Börse fast immer auch die stärksten des Jahres. So legte der Deutsche Aktienindex (Dax) in den vergangenen 20 Jahren im Dezember durchschnittlich um 3,1 Prozent zu. Diesmal dürfte daraus nichts werden.

"In den kommenden Wochen kann es noch mal richtig rumpeln", sagt Gerhard Schwarz. Der Anlagestratege von Unicredit rechnet damit, dass sich die Märkte erst im Laufe des kommenden Jahres wieder erholen.

Auch Scilla Huang Sun, Portfoliomanagerin der Schweizer Bank Julius Bär, geht davon aus, dass die Jahresendrally ausfällt. "Normalerweise nutzen Investoren die letzten Wochen, um ihr Portfolio mit günstigen Werten für das kommende Jahr zu bestücken. Diesmal wird dieser Effekt allerdings weit weniger ausgeprägt sein." Große Investoren wie etwa Hedge-Fonds seien sogar gezwungen, weitere Aktienpakete zu verkaufen - was die Kurse weiter drücken könnte.

Das spüren im Moment auch die Börsenbetreiber, kommen doch die jüngsten Tagesverluste durch relativ geringe Handelsumsätze zustande. Bis wieder dauerhaftes Vertrauen in die Märkte zurückkehrt, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen. Eine Jahresschlussrally sei momentan nicht in Sicht, sagt Markus Wallner, Analyst bei der Commerzbank. "Wir glauben, dass zumindest die 4 000er-Marke bis zum Jahresende hält. Vorausgesetzt, es kommt keine neue Bankenpleite oder Ähnliches dazwischen."

Die meisten Banken setzten für 2009 lediglich auf eine Stabilisierung; das noch vor kurzem ausgegebene Szenario einer Trendwende halten viele nun für verfrüht. Noch im Sommer hatten die meisten Aktienexperten mit einer kräftigen Rally bis Jahresende gerechnet. Die Finanzkrise sei bald vorüber, die Einführung der Abgeltungsteuer werde die Deutschen noch in diesem Jahr zum Aktienkauf verleiten, so die Hoffnung damals. Anfang Juli notierte der Deutsche Aktienindex (Dax) noch bei gut 6 300 Punkten. Als Prognose gaben die Bankhäuser für das Jahresende einen Stand von durchschnittlich 7 200 Zählern aus. Schluss, aus, vorbei. Die Realität hat sämtliche Kursziele und Prognosen kassiert. Die Welt zittert vor einer Weltwirtschaftskrise.

Auch an anderen Börsenplätzen der Welt sieht es trübe aus. Gleich mehrere große Leitindizes sind in den vergangenen Tagen unter psychologisch wichtige Marken gerutscht. An der New Yorker Wall Street krachten die Kurse zuletzt ein. Der Dow Jones rutschte unter 8 000 Zähler ab. Heftig erwischte es auch den japanischen Nikkei, der ebenfalls deutlich unter die 8 000er- Marke absackte. Der britische FTSE fiel unter 4 000 Punkte.

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