Jahresendrally läuft
Dax-Ausblick: Kurse auf Gipfeltour

Nun scheint sie doch durchzustarten, die Jahresendrally. Nach dem Test der 6 600er-Marke sehen einige Beobachter den Dax weitere Gipfel erklimmen. Wären da nicht immer auch die Mahner.

HB FRANKFURT. Mit vorweihnachtlicher Ruhe am deutschen Aktienmarkt ist nach Einschätzung vieler Aktienstrategen auch in der kommenden Woche nicht zu rechnen. Geschäftszahlen großer US-Konzerne sowie zahlreiche Konjunkturdaten sollten den Anlegern neue Kaufanreize bieten und den Dax weiter nach oben treiben. „Vielleicht testen wir die 6 650-Punkte-Marke im Dax an. Das gibt der Markt sicherlich her“, sagte Daniel Hupfer von MM Warburg. Auch Kollege Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt sieht das Ende der Aktienrally noch nicht gekommen. „Die Wahrscheinlichkeit liegt deutlich über 50 Prozent, dass wir am Jahresende höher stehen als jetzt.“

Die Aktienexperten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verweisen auf den traditionell starken Börsenmonat Dezember und führen zudem charttechnische Gründe für weiter steigende Kurse an. Mit dem Überwinden der Marke von 6 500 Punkten im Dax seien aus charttechnischer Sicht die Weichen für weiter anziehende Kurse gestellt. „Charttechnisch befindet sich der Dax nun wieder in einem klaren aufwärts gerichteten Dreieck, das bei 6 660 Punkten ausbrechen würde“, meinen auch die Experten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger. „Die Unterstützungslinie bleibt bei 6 300 Punkten“, schreiben sie in ihrer aktuellen „Marktmeinung aus Stuttgart“.

Auch der technische Analyst Matthieu Driol rechnet mit einem weiteren Anstieg: „Dass der Dax die Widerstandslinie bei 6 553 Punkten durchbrochen hat, spricht für eine Aufwärtsbewegung in den kommenden zwei bis vier Wochen“, sagt der als unabhängiger Analyst für den Daytraderbroker Clickoptions tätige Experte. Das Kursziel liege bei 6 606 Punkten. Vorsichtiger bewerten offenbar Investoren das Potenzial des Dax. Die Einschätzung sei derzeit gespalten, schließen die Clickoptions-Experten aus den Ergebnissen ihrer aktuellen Sentimentanalyse: Während demnach 28 Prozent der Dax-Anleger auf schnelle Kurssteigerungen des deutschen Leitindex setzen, halten 27 Prozent das Aufwärtspotenzial für begrenzt und rechnen mit einem stabilen Niveau des Kursbarometers. Clickoptions-Sprecher Richard Ohl sieht dennoch einen möglichen Stimmungswechsel, „denn in der Vorwoche gab es kaum Investoren, die dem Dax einen kurzfristigen Aufschwung zugetraut hätten“.

Warnende Stimmen sind indes auch zu hören. Nach den starken Gewinnen könne nun zunächst Konsolidierung angesagt sein, heißt es im Handel. Einige Marktteilnehmer meinen, ein paar Gewinnmitnahmen vor dem langen Weihnachtswochenende sollten den Markt nicht überraschen. Eine Seitwärtsbewegung oder leicht fallende Kurse könnten die technisch überkaufte Lage bereinigen und die Grundlage für weitere Aufwärtsschübe zwischen den Jahren und im Januar legen. Erfahrungsgemäß ist die Chance für Aktiengewinne bis Mitte Januar und darüber hinaus bis Ende März gut, wobei auf mittlere Sicht auch stärkere Zwischen-Korrekturen einkalkuliert werden sollten.

In der kommenden Woche dürften viele institutionelle Anleger die Bücher schließen und auf die Sicherung ihrer jeweiligen Jahresbilanz bedacht sein. Die Liquidität könnte vor dem langen Weihnachtswochenende stetig abnehmen, glauben Händler. Die dünnen Umsätze dürften dann in der übernächsten Woche zur gezielten Performance-Verbesserung eingesetzt werden, dem so genannten „Window-Dressing“. Der Dax hat am Mittwoch erstmals seit Februar 2001 wieder über der Marke von 6 500 Zählern geschlossen. Zum Wochenschluss testete der Auswahlindex dann die 6 600er-Marke, was einem Anstieg seit Wochenbeginn von 2,5 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn hat der Leitindex mehr als 1 100 Punkte zugelegt.

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