James Turk im Interview
„Der letzte Rest an Vertrauen geht verloren“

Unser Geld wird dramatisch an Wert verlieren, meint James Turk. Im Interview erklärt der Edelmetall-Experte, warum er mit einer Währungsreform rechnet und wieso er auf Gold schwört.
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Mr. Turk, Sie warnen vor dem großen Crash. Wann wird es denn soweit sein?
Ich kann nicht sagen wann, auch nicht, was der Auslöser sein wird. Wird es der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone sein, der Kollaps einer spanischen Bank? Ich weiß es nicht. Auch im Sommer 2008 wusste noch niemand, dass es die Pleite von Lehman Brothers sein würde, die alles zum Einsturz bringt. Aber jeder hatte eine Ahnung, dass etwas passieren wird. Diesmal ist es wieder so. Wir alle ahnen, dass etwas sehr Unschönes auf uns zukommt.

Rechnen Sie mit einem ähnlichen Absturz wie 2008?
Nach der Lehman-Pleite hatten wir es mit einer Liquiditätskrise zu tun. Banken gaben keine Kredite mehr, weil sie Angst hatten, dass sie das Geld nicht zurückbekommen würden. Es fehlte an Liquidität. Die Folge: Um an Geld zu kommen, verkauften Investoren alles, was sie im Portfolio hatten, auch Gold. Heute ist die Situation anders: Die Notenbanken haben die Märkte mit Geld überflutet. Liquidität gibt es im Überfluss. Diesmal geht es nicht darum, ob man sein Geld zurückbekommt, sondern darum, ob es in Zukunft überhaupt noch etwas wert sein wird. Diese Angst ist viel gefährlicher.

Wo liegen die Ursachen der Krise?
In den Boom-Jahren wurde zu viel Geld verliehen, zu viele Schulden angehäuft. Dieses Problem wurde in den vergangenen vier Jahren nicht gelöst. Viele Staaten haben ein Maß der Verschuldung erreicht, das nicht mehr tragbar ist. Manche Staaten sind bereist kollabiert, beispielsweise Island, Dubai oder Griechenland. Spanien oder Italien werden folgen. Der Punkt an dem es nicht mehr weitergeht, ist bald erreicht.


Die Notenbanken haben den großen Crash bislang verhindert.
Die Notenbanken sind Teil des Problems. Sie bekämpfen die Schuldenkrise, indem sie noch mehr Geld drucken. Die einzige Strategie ist: Zeit gewinnen und irgendwie durchhangeln, oder wie wir sagen: ‚Kicking the can down the road‘. Damit wird der finale Kollaps aber nicht verhindert, sondern nur verschoben. Und was noch schlimmer ist: der letzte Rest an Vertrauen in die Währung geht verloren.

Die Europäische Zentralbank verspricht, dass sie für eine stabile Währung sorgen wird.
Die Europäische Zentralbank ist nicht mehr unabhängig von der Politik. Das ist der Grund, warum der Euro so schwach ist. Der Sündenfall war der Ankauf von Staatsanleihen. EZB-Präsident Trichet hatte immer wieder hoch und heilig versprochen, dass die Notenbank keine Anleihen aufkaufen wird – und knickte am Ende doch ein, weil es die Politik so wollte. Unter Draghi läuft das nicht anders. Die Politik nutzt die Notenpresse zur Staatsfinanzierung.


Was sind die Folgen?
Wenn die Politik Zugriff auf die Notenpresse hat, dann geht eine Währung kaputt. Ich habe mich lange mit der Weimarer Republik beschäftigt. Der damalige Präsident der Reichsbank, Rudolf Havenstein, wollte nicht mit dem Gelddrucken aufhören, weil er fürchtete, dass sonst die Wirtschaft einbrechen und die Arbeitslosigkeit schlimmer werden würde. Am Ende war soviel Geld im Umlauf, dass es nichts mehr wert war. Wir sind an einem Punkt, den ich den ‚Havenstein-Moment‘ nenne.

Kommentare zu " James Turk im Interview: „Der letzte Rest an Vertrauen geht verloren“"

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  • Solange Politker(auf der ganzen Welt) keinerlei Abschluß in POLITIK absolvieren müssen,es gibt ja keine Politik Schule/Ausbildung,und solange Sie für Ihre Handlungen und Taten keine Rechenschaft abgeben müssen wird der Wahnsinn weitergehen!! Wacht auf Liebe Bürger,IHR seid das VOLK,die Regierung und der Staat! Leider habt Ihr allerdings keinen MUT mehr und seid FAUL geworden,durch PC / HANDY / I PHONE / TABLET /HD TV etc.!!!

  • ich sage nur :Angela Merkel ist die späte Rache Erich Honeckers. oder heute ist die Bundesrepublik die DDR 2.0, aber die Wähler sind selber Schuld, alle glauben diesen verlogenen Politikern. Siehe Wulff der hat sein Schäfchen im Trockenen, nach 20 Monaten, blöd rumtun und einem Skandal nach dem Anderen wurde er belohnt von FDJ-lerin Merkel ca 500 000€ im Jahr bis zu seinem Lebensende und wir armen Hunde bekommen nur manchmal 500€ Rente und die DDR-ler die nie eingezahlt haben, sackten sich ab 1990 die fetten Renten und Pensionen ab. Man erinnere sich der Ohnesorgmörder Kurras, der Spitzel der DDR, beschwerte sich noch, er habe 5000€ bekommen im Monat Pension, das sind 60000€ im Jahr, das sei nicht viel, er sei ja kein einfacher Arbeiter gewesen.
    Liebe Wähler dieser Politik, ihr habt denen vertraut und jetzt tragen wir alle die Konsequenzen, seit über 20 Jahren werden wir nur noch beschissen, aber erst recht seit Einführung des €, beschwert euch nicht, straft die Politik ab, alle wie sie heissen CDUCSUSPDFDPGRÜNELINKEPIRATEN, denkt mal nach, es gibt welche die unser Land und ihre Bürger lieben und zwar erst die Bürger unseres Landes und dann die die unser Land auch lieben und nicht bis aufs Blut ausnutzen.
    Denkt dran die Merkel und Konsorten sind nicht eure Freunde, denen gehen wir am Arsch vorbei, wir sind dazu da um denen ihren Schwachsinn zu finanzieren.
    JSCHFUERT

  • Vor allem geht ja wohl "jeder letzte Rest an Vertrauen"
    in diese oberkriminelle Politik verloren.

    Umlandt Gerhard, Neuötting

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