Kapitalerhöhung
Commerzbank bringt fast alle Aktien an den Mann

Die Commerzbank hat fast alle jungen Aktien am Markt platziert. Offenbar lockte der hohe Abschlag. Analysten gehen davon aus, dass sich das auf den Aktienkurs auswirken wird.

DüsseldorfDie Commerzbank kommt mit ihrer Kapitalerhöhung voran. Im Rahmen der Bezugsrechtsemission hat die zweitgrößte Bank Deutschlands nach Informationen aus Finanzkreisen fast alle jungen Aktien bei Investoren platzieren können. Die Bezugsfrist, bei der Aktionäre rund 2,4 Milliarden neue Aktien zum Kurs von 2,18 Euro erwerben konnten, endete gestern. Offenbar lockte der hohe Abschlag - er betrug etwa 45 Prozent auf den Aktienkurs - viele Anleger an.

Die Kapitalerhöhung dient dazu, den Staat loszuwerden. Die Commerzbank hatte während der Finanzkrise mehr als 18 Milliarden Euro an Staatshilfen erhalten. Im April hatte der Vorstandsvorsitzende Martin Blessing erklärt, die Bank werde bis Juni rund 14,3 Milliarden Euro zurückzahlen. Seit dieser Ankündigung war die Aktie in den vergangenen Wochen deutlich gefallen - im April kostete sie noch mehr als fünf Euro.

Die Analysten gehen davon aus, dass sich die Aktie der Commerzbank nach Abschluss der Kapitalerhöhung und der Rückzahlung der Staatshilfen erholen wird. Der Kurs der Commerzbank stieg am Tag nach der Kapitalerhöhung um ein Prozent auf 3,25 Euro.

Cheuvreux hat die Aktie auf "Outperform" mit einem Kursziel von 4,10 Euro belassen. Das Ende der zweiten Kapitalerhöhungsphase sollte Druck von der Aktie nehmen und deren Volatilität verringern, schrieb Analystin Cyril Meilland in einer Studie. Die mittlerweile sehr günstig bewerteten Papiere zählten zu den attraktivsten europäischen Bankenwerten. Sie seien ein heißer Kandidat für die "Top Pick"-Liste des Sektors.

Equinet hat die Einstufung für Commerzbank von "Accumulate" auf "Buy" angehoben, das Kursziel aber auf 4,40 Euro belassen. Die Investoren dürften sich nun wieder auf die Fundamentaldaten konzentrieren, schrieb Analyst Philipp Häßler in einer Studie. Angesichts sinkender Kosten und einer abnehmenden Risikovorsorge rechne er in den kommenden Quartalen mit einer positiven Entwicklung bei den Gewinnen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter
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