Kartellbehörden müssen noch zustimmen
Bosch kann Buderus-Aktionäre zwangsabfinden

Der Autozulieferer Robert Bosch Gmb hat sich nach Ablauf der zweiten Übernahmefrist knapp die notwendige Mehrheit an dem Heiztechnikkonzern Buderus gesichert, um dessen freie Aktionäre zwangsweise abzufinden.

Reuters STUTTGART. Dies geht aus einer Finanzanzeige in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Donnerstagausgabe) hervor. Der Brillen-Filialist Fielmann steht damit vor der Rückkehr in den Nebenwerte-Index MDax.

Mit 95,01 Prozent der Buderus-Anteile hat Bosch die Schwelle von 95 Prozent quasi in letzter Minute übertroffen, die Voraussetzung für das so genannte „Squeeze-Out“ der übrigen Aktionäre ist. Nun müssen noch die europäischen Kartellbehörden der Transaktion zustimmen, die Entscheidung wird für Donnerstag erwartet. Nach einem Bericht der „Börsen-Zeitung“ will die Kommission auf Auflagen verzichten und der Übernahme keine Steine in den Weg legen. Mit der Übernahme entsteht der umsatzstärkste Heizungshersteller Europas.

Bosch hatte mit einem Anteil von 87,5 Prozent sein primäres Ziel, die Mehrheit an Buderus, mit dem Ende der ersten Frist am 13. Juni bereits erreicht. Bei mehr als 95 Prozent erwäge Bosch aber ein Squeeze-Out, weil der Streubesitz für eine sinnvolle Börsennotiz dann zu niedrig sei, hatte der weltweit zweitgrößte Autozulieferer bereits zuvor betont. Wenige Stunden vor dem Ende der zweiten Frist am vergangenen Freitag hatte die Beteiligung noch nur knapp über 90 Prozent gelegen. Für eine Stellungnahme war am Mittwochabend bei Bosch niemand zu erreichen.

Mit dem Überschreiten der 95-Prozent-Schwelle muss Buderus nach den Regeln der Deutsche Börse innerhalb von zwei Handelstagen aus dem MDax genommen werden. Erster Nachrücker ist die Fielmann-Aktie, deren Wiederaufnahme in den Index die Börse kürzlich schon voreilig verkündet hatte. Ein Sprecher der Börse wollte am Mittwoch noch nicht sagen, wann der Austausch erfolgen werde. Der Börsenbetreiber wolle erst die Mitteilung von Bosch abwarten. Verkündet die Deutsche Börse den Schritt am Donnerstag noch vor Handelsbeginn, rückt Fielmann am kommenden Montag auf.

Bosch hatte 29,15 Euro je Buderus-Aktie geboten. Am Mittwoch notierten die Anteilsscheine etwas fester bei 29,00 Euro. Bosch will das Heizgeschäft von Buderus mit der eigenen Wärmetechnik (“Junkers“) zusammenlegen. Mit diesem Schritt will Bosch sich vom Kerngeschäft mit der Autobranche unabhängiger machen.

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