„Katastrophenhausse“
Börse: Die wundersame Geldvermehrung

Der Weltuntergang ist verschoben. Jetzt wollen die Investoren wieder Geld verdienen. Aber wie lange geht das noch so weiter? Wenn eine Theorie stimmt, die vor allem in der Abgeschiedenheit von Internetforen und Börsenbriefen gedeiht, dann steht der nächste, große Crash bevor.

FRANKFURT. Die Börse legen seit Wochen zu, der dax steht wieder über 5 000 Punkten. Und Investoren bekommen langsam Angst, die Rally zu verpassen. Irgendwo muss das Geld schließlich hin, nachdem die Notenbanken ihren Leitzins zuletzt drastisch gesenkt haben und verzinste Anlagen kaum noch Rendite abwerfen. Aktien sind daher im Moment die erste Wahl.

Ist der rasante Aufschwung, den wir derzeit an den Börsen erleben, nicht vollkommen übertrieben? Wenn eine Theorie stimmt, die vor allem in der Abgeschiedenheit von Internetforen und Börsenbriefen gedeiht, dann steht der nächste, große Crash bevor. Der jetzige Aufschwung: Eine rauschende Party vor dem großen Knall!

Die Untergangspropheten berufen sich dabei auf Ludwig von Mises (1881 bis 1973). Der österreichische Ökonom beschrieb ein Phänomen, das auch als "Katastrophenhausse" bezeichnet wird. Sie wird befeuert von der Angst der Anleger, ihr Geld könne an Wert verlieren. Von Mises gilt als radikaler Liberaler und wichtiger Vertreter der Österreichischen Schule. Selbst Hayek und Friedman nannte er einen "Haufen von Sozialisten".

Vereinfacht gesagt geht es bei der "Katastrophenhausse" um Folgendes: Weil die Zentralbanken weltweit die Notenpresse anwerfen, ist das gedruckte Geld immer weniger wert. Aus Furcht vor massiver Geldentwertung flüchten die Anleger in Sachwerte. Dies treibt wiederum die Preise für Aktien, Immobilien oder Gold in die Höhe - aber nur so lange, bis die Blase endgültig platzt. Das klingt beunruhigend. Nicht nur Spinner, sondern auch mancher ernst zu nehmende Experte warnt vor einer Blase infolge hoher Inflationsraten.

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