Kauf von Endesa: Börsianer bejubeln Eon-Coup

Kauf von Endesa
Börsianer bejubeln Eon-Coup

Die Börse hat die Übernahmepläne Eons mit Kursgewinnen belohnt. Analysten halten den Kaufpreis zwar nicht für ein Schnäppchen, loben aber die Kaufabsichten der Deutschen. Die Begeisterung über den Mega-Deal ist so groß, dass sogar die Aktien der Eon-Konkurrenten zulegten.

DÜSSELDORF. Eon-Aktien stiegen am Dienstag nach Bekanntgabe des Übernahmeangebots für den spanischen Versorger Endesa in der Spitze um 5,8 Prozent auf 98,82 Euro. Damit erreichten die Papiere ein Rekordniveau. Im weiteren Handelsverlauf betrug das Plus gut drei Prozent. Der deutsche Konzern will Endesa für 29,1 Milliarden Euro schlucken. „Aus strategischer Sicht ist das interessant, denn der spanische Markt bietet höhere Wachstumsraten als etwa der deutsche“, sagte Analyst Nils Machemehl von MM Warburg.

Analysten halten den Kaufpreis von 27,50 Euro je Endesa-Aktie zwar beileibe nicht für ein Schnäppchen, „aber vor dem Hintergrund der Wachstumsaussichten in Spanien und Lateinamerika auch nicht überteuert“, sagte Mario Kristl von Helaba-Trust. Auch mehrere Frankfurter Händler meinten, Eon zahle einen marktgerechten Preis, die sich positiv auf die Nettogewinne auswirkten.

Dementsprechend hoben viele Investmentbanken gestern ihre Kursziele für die Eon-Aktie an. Die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) erhöhte ihre Prognose von 92 auf 98 Euro. Das Rating blieb auf „Marketperformer“ (durchschnittlich). Nach Ansicht der LRP gibt es hervorragende strategischen Vorteile: Geografisch überschnitten die Unternehmen sich nicht, Eon steige in Spanien zur Nummer eins, in Italien und Frankreich auf den dritten Platz auf. Zudem gelinge der Schritt auf den Wachstumsmarkt Lateinamerika. Dass die LRP ihr Kursziel nicht weiter anhob – bereits gestern wurde das Ziel des Bankhauses erreicht – liegt am Kaufpreis. Ihn hält die Landesbank „für sehr hoch“.

Nach Ansicht der SEB ist Eons Vorstoß sehr ambitiös, aber stemmbar, und mache letztendlich auch Sinn, weil es sich hier um Wachstumsregionen handle (Süd-Europa, Lateinamerika). Eon sitzt derzeit auf etwa 15 Mrd. Euro Cash-Beständen und hat einen Vorratsbeschluss für ein genehmigtes Kapital in Höhe von etwa 21 Mrd. Euro.

Analysten heben positiv hervor, dass sich Eon bei den zuletzt gescheiterten Übernahmegesprächen mit dem britischen Versorger Scottish Power in finanzieller Hinsicht sehr diszipliniert gezeigt habe. Neben den Übernahmeplänen überzeugte Eon die Anleger gestern auch mit seiner Geschäftsentwicklung. Analysten bezeichneten die Zahlen von 2005 durchweg als gut. Angesichts eines Gewinnsprungs von mehr als 70 Prozent kündigte der Düsseldorfer Versorger die Ausschüttung einer Sonderdividende an. Insgesamt wird der Konzern sieben Euro pro Aktie zahlen.

Im Sog von Eon profitierten auch die Papiere der meisten anderen europäischen Versorger. Endesa gewannen fast zehn Prozent auf 27,82 und damit in etwa den gebotenen Übernahmepreis. Im Sog der beiden Aktien erhöhen sich RWE um 3,2 Prozent, Enel um 2,5%, und Suez kletterten um drei Prozent. Hier wirkte sich zusätzlich positiv aus, dass die Italiener ihr Interesse an einem Mehrheitsanteil an der Suez-Tochter Electrabel bestätigten.

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