Keine Kreditkrise, aber US-Dollar langfristig unter Druck
Buffett widerspricht Bernanke

US-Milliardär Warren Buffett glaubt nicht an eine Kreditkrise in den USA. "Ich würde es eigentlich nicht Kreditkrise nennen - das Geld ist vorhanden und es ist eigentlich recht günstig zu bekommen", sagte der prominente Investor vor Publikum in einer Fragestunde im kanadischen Toronto.

HB DÜSSELDORF. Der US-Dollar werde sich in den kommenden zehn Jahren aber weiter abschwächen, sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomerg zudem voraus, falls die Politik nicht gegensteuere. Mit seiner Haltung widerspricht Buffett dem Zentralbankpräsidenten Ben Bernanke, der im Januar von "deutlichen Anzeichen einer restriktiveren Kreditvergabe durch Banken an Haushalte und Unternehmen" gesprochen hatte. Am 4. Februar hatte die Fed zudem erklärt, dass 80 Prozent der Banken in den USA ihre Kriterien zur Vergabe von Hypotheken für Gewerbeimmobilien verschärft hätten. Auch habe die Mehrheit befragter Institute die Voraussetzungen für private Hypotheken erhöht.

Die von Buffett geleitete Investmentgesellschaft Berkshire Hatahaway Inc. verfügt über die höchste Bonitäts-Einstufung "AAA". Die Barreserven des Unternehmens werden per 30. September 2007 auf mehr als 40 Mrd. Dollar geschätzt. Buffett selbst gilt als einer der reichsten Männer der Welt.

Berkshire Hathaway werde sich in Zukunft auf den Aufbau einer eigenen Anleiheversicherung konzentrieren und hege daher keine Pläne zum Einstieg bei Unternehmen wie MBIA Inc. und Ambac Financial Group Inc., versicherte Buffett.

An Fremdwährungen halte Berkshire Hathaway derzeit ausschließlich Brasilianische Real, erklärte Buffet zudem in einem Gespräch mit Bloomberg News. Für den schwachen US-Dollar sei vornehmlich das aktuelle Handelsbilanzdefizit der USA verantwortlich: "Wenn etwas nicht nachhaltig ist, dann hat das Konsequenzen", sagte Buffett, "im Moment ist die Konsequenz der fallende Dollarkurs". Ohne eine Änderung der Politik werde das auch in fünf oder zehn Jahren so sein.

Buffet sagte zudem, er habe "keine Ahnung", ob die USA in eine Rezession fallen werden. Langfristig blieben die Aussichten für die USA gut. Inflationäre Tendenzen würden sich in den kommenden zehn Jahren aber verstärken, sagte der 77-jährige.

Buffett bestätigte, dass sich sein Unternehmen nach Akquisitionsmöglichkeiten außerhalb der USA umschaue - teilweise, um sich gegen Verluste aus dem schwachen US-Dollar abzusichern. 2006 hatte Berkshire eine erste Übernahem außerhalb der USA vollzogen. Es handelte sich um den israelischen Werkzeugmacher Iscar Metalworking Cos., der sich in Familienbesitz befand.

Buffett äußerte sich auch zu den Vorwahlkämpfen zur Präsidentschaft in den USA: Er werde wahrscheinlich einen der beiden demokratischen Kandidaten Barack Obama oder Hillary Clinton unterstützen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%