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Auf zu neuen Rekorden

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Verrückte Welt am Aktienmarkt: Schon im Mai haben die meisten internationalen Börsenbarometer alle zum Jahreswechsel getroffenen Prognosen weit hinter sich gelassen. Der Wonnemonat, einst von den Börsianern wegen seiner traditionell fallenden Kurse gefürchtet, brachte für den Deutschen Aktienindex (Dax) bislang ein Plus von über vier Prozent. Sogar der Ölpreis, einst der Buhmann der Börse, spielt nur noch eine Nebenrolle. Daran ändert auch nichts, dass die Marke von 70 Dollar pro Fass in der letzten Woche überschritten wurde.

Keine Frage, die Börse hat die Prioritäten gewechselt. Zwei Faktoren sind dafür verantwortlich, die alles andere in den Hintergrund drängen: Zum einen überrascht die volkswirtschaftliche Seite beinahe täglich mit neuen Erfolgsmeldungen. Übervolle Auftragsbücher und sinkende Arbeitslosenzahlen sind die Folge.

Zum anderen heizt die weltweite Übernahmewelle die Kurse in der Hoffnung auf hohe Gewinne immer weiter an. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. Schließlich sind die globalen Übernahmeaktivitäten noch weit von ihren Höchstständen aus dem Jahr 2000 entfernt. Dazu droht von der langfristigen Zinsseite keine Gefahr. Solange das Niveau weiter so günstig wie bisher bleibt, wird es weiter zu vielen Zusammenschlüssen kommen, an die heute noch kaum ein Anleger denkt.

Natürlich ist die Frage berechtigt, ob nach einem Dax-Plus von rund 15 Prozent seit Jahresanfang nicht eine Seitwärtsbewegung oder gar eine Korrektur angemessen wäre, so wie dies Ende Februar bis Mitte März zu beobachten war. Doch damalige Auslöser wie die Krise der bonitätsmäßig schwachen Immobilienkredite in den USA oder der Kurseinbruch in China sind für die Börsianer längst Geschichte. Manch einer trauert höchstens der günstigen Einstiegsgelegenheit nach, die er verpasst hat.

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