Konjunktur im Fokus
Dax-Ausblick: „Märkte spielen Erholung“

Die Börse überrascht Marktbeobachter immer wieder. Hatten viele jetzt schon mit einer Konsolidierung gerechnet, machte der Dax sechs Tage in Folge Gewinne. Die Märkte spielen die Erholung, begründen Aktienstrategen die Entwicklung. Viele warnen aber weiter vor möglichen Korrekturen. Die Bullen- und Bärenargumente im Überblick.

HB FRANKFURT. Kurzfristig heiter, mittelfristig offen, vielleicht sogar eingetrübt - so lauten die Analysten-Prognosen im Durchschnitt betrachtet. "Ein Jahr nach der Lehman-Pleite spielen die Märkte die Erholung", heißt es in einer Studie von Allianz Global Investors. Konjunkturnachrichten und-einschätzungen bestimmen derzeit das Börsengeschehen. Die Anleger seien der festen Überzeugung, dass der Konjunkturaufschwung in den USA an Nachhaltigkeit gewonnen hat, sagt Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. Die US-Wirtschaft gilt nach wie vor als Lokomotive für die Weltökonomie.

Er glaubt, dass auch die in den nächsten Tagen anstehenden Wirtschaftsdaten den Optimisten "neues Futter" geben. Auch Analyst Steffen Neumann von der LBBW geht davon aus, dass der Dax "noch ein paar Pünktchen" dazugewinnen könnte. Fundamentale Gründe gebe es zwar keine, aber ein Störfeuer sei auch nicht in Sicht. "Viele haben das verpasst, was gelaufen ist, und springen auf den letzten Metern hinterher", begründet Neumann die stetigen Kursanstiege.

Am Freitag hatte der Dax kurzzeitig über 5 640 Punkten gelegen und damit den höchsten Stand seit elf Monaten erreicht. Auf Wochensicht hat der deutsche Leitindex mehr als vier Prozent gewonnen. Seit dem Jahrestief im März verbuchte der Index ein sattes Plus von fast 60 Prozent. Doch damit ist der deutsche Aktienmarkt fast zu rasant gewachsen, fürchten Skeptiker. Die Börse hat viele positive Erwartungen eingepreist.

"Der Anstieg wurde von einer wieder zunehmenden Risikobereitschaft, der hohen Liquidität sowie der geringen Attraktivität von Alternativanlagen begünstigt", sagt Anlageexperte Michael Schürmann von der Gries & Heissel Bankiers AG. Die Rally erklärt sich auch aus charttechnischer Sicht. Die Weltbörsen hätten die Tiefstände im März gesehen und dann die Abwärtstrends verlassen, sagt Schürmann: "Von einer Bärenmarktrallye, das heißt einer lediglich technischen Erholung in einem fallenden Markttrend, kann nun keine Rede mehr sein."

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