Konjunktur- und Zinssorgen
Dax-Ausblick: Anleger bleiben nervös

Die Nervosität der Anleger am deutschen Aktienmarkt wird auch in der kommenden Woche nicht abnehmen, prognostizieren Marktbeobachter. Wichtigstes Ereignis für Börsianer vor der am Freitag beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft ist die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB).

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex hat seit seinem Fünf-Jahreshoch am 11. Mai bei 6 162 Zählern rund 400 Punkte verloren. Wegen der Furcht vor weiter steigenden Zinsen befindet sich der deutsche Leitindex seit Mitte Mai auf Talfahrt. Allerdings hat sich der Dax in den vergangenen Handelstagen wieder gefangen. Marktbeobachter sehen Rückkäufe nach dem Verkaufsdruck, der als irrational erkannt worden sei. Die Experten vermissen allerdings neue Nettokäufe. Dies spreche für eine nur kurze Lebensdauer der Erholung.

Wie volatil die Märkte derzeit reagieren, zeigte sich am Freitag. Die enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten boten den Aktienmärkten eine Steilvorlage: Die Zahlen waren schwächer ausgefallen als erwartet. Damit wurden Spekulationen um weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank (Fed) gedämpft. Zunächst reagierte der deutsche Markt mit einem Kursanstieg. Nach der Bekanntgabe der US-Konjunkturdaten drehte der Dax dann wieder ins Minus. In den USA wurden im Berichtszeitraum nur 75 000 statt wie erwartet 176 000 neuer Stellen geschaffen. In der Industrie wurden sogar 14 000 Plätze vernichtet statt – wie prognostiziert – 5 000 neue geschaffen.

„Uns bleibt das Gemisch aus Konjunktur- und Zinssorgen erhalten“, sagt Steffen Neumann, Aktienstratege bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Allerdings zeigt er sich optimistischer als einige seiner Kollegen: Die Anleger könnten die niedrigeren Kurse zu Käufen nutzen. „Eigentlich bildet der jüngste Rückschlag am Aktienmarkt jetzt eine gute Einstiegsmöglichkeit“, sagte Neumann.

Auch für den Strategen Wolfgang Albrecht von der Landesbank Baden-Württemberg bietet das Bewertungsniveau „historisch betrachtet eine günstige Einstiegsbasis.“ Die aktuelle Zinsangst in den USA bezeichnet Albrecht als übertrieben. „Die insgesamt sechzehn Zinserhöhungen der US-Notenbank seit dem Jahr 2004 dürften ihre Wirkung nicht verfehlen und bereits in den kommenden Monaten zu einer Abschwächung der US-Konjunktur führen“, meint er. Vor diesem Hintergrund seien auch die Inflationssorgen überzogen. „Das konjunkturelle Umfeld ist weltweit in einem stabilen Zustand. Insbesondere in Deutschland gewinnt der Aufschwung zunehmend an Breite.“

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