Konjunkturdaten im Blick
Dax-Ausblick: Anleger hoffen auf US-Signal

Viel zu erleiden hatten Anleger diese Woche. Der Dax war deutlich abgerutscht. Jetzt hoffen sie auf US-Konjunkturdaten in der kommenden Woche. Die könnten vielleicht den Kursen Auftrieb geben. Kurzfristig zumindest, denn auf mittlere Sicht sind viele Marktbeobachter eher skeptisch.

HB FRANKFURT. Die Bärenmarktrally ist vorbei. So kurz und bündig kann man das Geschehen der vergangenen Tage zusammenfassen. In einer deutlichen Bewegung kennt der Dax seit Anfang Juni nur eine Richtung: nämlich südwärts, nach unten. Die Hoffnung der Anleger, dass der Leitindex im zweiten Halbjahr wieder auf die 8 000 Punkte-Marke zusteuern könnte, ist erst einmal verflogen. Die Investoren halten sich bedeckt, von fundamentalen Käufen ist aus dem Handel nichts zu hören.

In der kommenden Woche könnten aufkeimende Hoffnungen auf eine Besserung der wirtschaftlichen Lage in den USA die Aktienmärkte stabilisieren. Analysten erwarten von der anstehenden Veröffentlichung zahlreicher US-Konjunkturdaten Hinweise darauf, ob das zweite Quartal in der weltgrößten Volkswirtschaft besser gelaufen ist, als bisher erwartet worden war.

Ob dies aber mittelfristig für eine Kurswende nach oben reicht, wird von vielen Experten bezweifelt. Zwar haben einzelne US-Konjunkturdaten auch in der jüngsten Vergangenheit bereits immer wieder auf der positiven Seite überrascht und so bereits früher zu einer zwischenzeitlichen Entlastung beigetragen, doch bleibt das Gesamtbild eingetrübt. Ob die USA nun wirklich in die Rezession rutscht oder knapp daran vorbei schlittert, ist dabei eher von akademischem Interesse. Angesichts der hohen Verschuldung der Privathaushalte dürfte sich der Konsum, der die mit Abstand wichtigste Stütze der US-Wirtschaft darstellt, mit Blick auf steigende Energiepreise und Zinszahlungen in den kommenden Quartalen nur mäßig entwickeln. Konkret bedeutet das auf absehbare Zeit nur mäßige Wachstumsraten.

„Der Aktienmarkt ist im Moment von Makrodaten getrieben, und die US-Konjunktur gibt weiterhin den Trend für den Aktienmarkt vor“, sagt Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. Für die kommende Woche könnte das Szenario nach Ansicht Experten ein Schwanken des Dax um 6 700 Punkte bedeuten – immerhin wäre damit zunächst eine gewisse Stabilisierung erkennbar; schließlich hat der deutsche Leitindex in der abgelaufenen Woche knapp zwei Prozent abgegeben. In den Fokus dürfte allerdings auch die Quartalsberichtssaison der US-Investmentbanken rücken. Überraschungen sind nicht auszuschließen, nachdem erst jüngst Lehman Brothers die Anleger wegen der Finanzkrise mit der Aussicht auf einen hohen Quartalsverlust geschockt hatte.

Ebenfalls ein Unsicherheitsfaktor: das Thema Energie. „Die Anleger werden weiter auf den Ölpreis schauen, der aufs Gemüt drückt“, sagt Anne-Kristin Yasuda von der Landesbank Berlin. Der Preis für den als Schmierstoff der Weltwirtschaft geltenden Rohstoff hielt sich zuletzt über der Marke von 135 Dollar pro Fass und wird nach Ansicht von Experten auch auf absehbare Zeit nicht sinken. Der hohe Ölpreis bleibe eine Bremse für den Aktienmarkt, glauben viele Aktienhändler derzeit.

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