Konjunkturdaten im Fokus
Dax-Ausblick: Weiter volatil

Überrascht reagierten die Börsen auf die Billionen-Geldspritze der US-Notenbank. Auch der Dax zog nach oben. Doch eine grundlegende Wende an den Märkten sehen Aktienstrategen nicht. Sie vermuten eher, dass die Kurse weiter stark schwanken werden - abhängig auch von neuen Konjunkturdaten, die in der kommenden Woche anstehen.

HB FRANKFURT. Die US-Notenbank (Fed) zaubert immer wieder neue Instrumente aus dem Hut, um der Wirtschaftskrise zu begegnen. Jüngster Coup: Die Zentralbank kauft Staatsanleihen und andere Finanzprodukte für rund eine Billion Dollar, die die Finanzmärkte stimulieren sollen. Weltweit zogen daraufhin die Aktienkurse an. Doch die Euphorie hielt nicht lange. Statt dessen diskutieren Anleger und Aktienstrategen nun über die Konsequenzen, und das dürfte dazu beitragen, dass es am deutschen Aktienmarkt in der kommenden Woche auf und ab geht.

"Es wird weiter sehr volatil bleiben. Die Anleger sind in Sorge, ob die Fed-Maßnahmen die Wirtschaft nachhaltig ankurbeln können", sagt Analyst Tobias Basse von der NordLB. Zudem würden Anleger vielleicht auch die Gelegenheit nutzen, um Kasse zu machen. Dazu könnten sie doppelt inspiriert sein: Mit Ende des Hexensabbat am Freitag fallen auch kurstreibende Impulse durch den dreifachen Verfallstermin von Optionen weg. Der Dax hat auf Wochensicht fast drei Prozent zugelegt.

Nun dürften wieder die Sorgen in den Vordergrund rücken. Die düstere Wirtschaftsstimmung ist da nur ein Faktor. Die Fed-Geldspritze verstärkt Befürchtungen, langfristig könne die Inflation steigen. Davon wären auch Aktienanleger betroffen. "Generell lässt sich feststellen, dass eine moderate Inflation von bis zu vier Prozent positiv für Aktienerträge ist", sagt Andreas Utermann von Allianz Global Investors. Bei höherer Inflation bleibe die Aktienrendite aber üblicherweise hinter der Inflationsrate zurück.

Gegen eine nachhaltige Erholung sprechen auch die aktuellen Konjunktureinschätzungen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet erstmals seit 60 Jahren einen Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung. Besonders betroffen davon ist die deutsche Wirtschaft. Was bislang als Vorteil galt, wirkt sich nun belastend aus: Da Deutschland stark exportorientiert ist, spüren die Unternehmen die internationale Flaute mehr als andere Länder. So sank die Produktion im Januar stärker als im EU-Durchschnitt.

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