Konjunkturdaten im Fokus
Dax-Ausblick: Woche der Überraschungen

Die Finanzkrise scheint an den Börsen derzeit nur als Hintergrund-Rauschen wahrgenommen zu werden. Die Aktienmärkte haben sich in den zurückliegenden Tagen deutlich erholt. Zwei Einfluss-Faktoren werden nun in der kommenden Woche nach Meinung von Beobachtern die Kurse bewegen: die Entwicklung der Zinsen und Nachrichten über die konjunkturellen Aussichten.

HB FRANKFURT. Hoffnungen auf eine Zinssenkung in den USA werden nach Einschätzung von Strategen die Aktienmärkte auch in der neuen Woche antreiben. Sie dürften auch den Euro auf Rekordkurs zum Dollar halten. Impulse für die Märkte versprechen sich die Experten auch von der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (Donnerstag), dem Arbeitsmarktbericht in den USA (Freitag) sowie dem ebenfalls aus Amerika kommenden ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe (Montag).

Die 8 000-Punkte-Marke testen wird der Dax nach Einschätzung von Steffen Neumann von der LBBW in der neuen Woche aber wohl noch nicht. Am Freitag pendelte der Leitindex um die Marke von 7 850 Zählern. Im Verlauf der Woche legte der 30 Werte umfassende Index gut ein halbes Prozent zu. „Die Erleichterung darüber, dass die Notenbanken die Märkte mit notwendiger Liquidität versorgen und damit die durch die US-Hypothekenkrise entstandenen Engpässe an den Kreditmärkten lindern, treibt derzeit die Aktienbörsen an“, sagte Markus Reinwand von der Helaba. „Belastungsfaktoren wie den hohen Ölpreis und das Rekordhoch beim Euro blenden die Anleger derzeit aus.“

Für die Analysten der Landesbank Berlin stellt sich die Frage, „wie lange sich die Investoren noch an die Aktionen der Notenbanken klammern können“. LBBW-Experte Neumann gibt zu bedenken: „Sollten wir eine Serie von katastrophalen US-Konjunkturdaten bekommen, dann dürften Rezessionssorgen in den Vordergrund drängen und damit die Zinssenkungsfantasien als Treiber für die Aktienmärkte ablösen.“

Die Experten der Commerzbank erhoffen sich vom US-Arbeitsmarktbericht für September Aufschluss, ob der unerwartete Beschäftigungsrückgang im August auf Sondereffekte zurückzuführen ist oder doch den Beginn einer deutlichen Verschlechterung der Arbeitsmarktlage in den USA signalisiert.

Die Lage am Arbeitsmarkt ist für die US-Notenbank eine wichtige Grundlage ihrer Zinsentscheidung. An den Finanzmärkten gehen die meisten Anleger davon aus, dass die Federal Reserve den Zinssatz auf ihrer Sitzung Ende Oktober um 25 Basispunkte auf 4,5 Prozent senken wird. Die Fed hatte Mitte September eine Zinswende eingeleitet und den Leitzins um 50 Basispunkte auf 4,75 Prozent heruntergeschraubt.

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