Konjunkturdaten sollen Aufschluss geben
Dax-Ausblick: Angst vor der Stagflation

Die Aktienmärkte bleiben nervös. Die Berichtssaison neigt sich ihrem Ende entgegen; positive Impulse von der Unternehmensseite werden dann weitgehend fehlen. Statt dessen werde die Angst vor weiteren Folgen der Finanzkrise wieder um sich greifen, befürchten Marktbeobachter. Zudem erscheint auf den Börsenwänden wieder ein Menetekel, das seit den 70ern als ausgelöscht galt: Stagflation.

HB FRANKFURT. Kurz vor Ende der Bilanzsaison in Deutschland dürften sich nur wenige Anleger aus der Deckung wagen. "Subprime bleibt das Damoklesschwert", prognostiziert NordLB -Aktienstratege Tobias Basse. Demnach könnten dem Dax auch in der neuen Woche mögliche Horrormeldungen über Milliardenabschreibungen bei europäischen Banken beim Sprung über die 7 000 Punkte weiter im Weg stehen. "Es wollen sicherlich viele wieder in den Markt einsteigen. Aber positive Signale werden wieder von negativen überdeckt und man ist so schlau wie vorher", sagt Basse.

Marktstrategen prognostizieren für die Entwicklung des Dax in der kommenden Woche eine starke Volatilität und erwarten, dass der deutsche Leitindex bis zum Ende der Woche bestenfalls seinen Stand halten wird und sich in der Summe nicht groß nach oben oder unten bewegt. Pessimisten erwarten weiter fallende Kurse. Auch am Freitag Mittag lag der Index nur wenige Punkte vom Schlussstand aus der Vorwoche entfernt. "Wir tun uns sehr schwer damit, nachhaltig über 7 000 Punkte zu kommen. Es gibt nur wenige Investoren, die sich etwas zutrauen", fasst Carsten Klude, Chefvolkswirt von MM Warburg, zusammen.

Die Erholung seit den Tiefs bei etwa 6 400 Punkten sei bei 7 060 Punkten vermutlich beendet worden, befürchten einige Marktteilnehmer sogar. Die konjunkturelle Situation trübe sich weiter ein, und zugleich liefere der Anstieg der Rohstoff-Preise Zündstoff für ein Stagflationsszenario. Die Bullen hoffen, dass ein solches Szenario vermieden wird. Es hatte die Rezession 1973/74 geprägt und viele Aktien-Indizes stark gedrückt. Aktuell gibt der stark angestiegene Ölpreis auf über 100 Dollar pro Barrel den Stagflationsängsten neue Nahrung.

Aus technischer Sicht ist der Dax bei 6 650 Punkten unterstützt. Fällt der Index darunter, müssen sich Anleger wohl auf einen Test der Jahrestiefs einstellen. Die Situation habe sich "technisch etwas verschlechtert", schreiben die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger in ihrer aktuellen "Marktmeinung aus Stuttgart". Mehrere Anläufe, die 7 000-Punkte-Marke im Dax zu überschreiten, seien misslungen, somit erhöhe sich die Gefahr eines nachhaltigen Rückschlags. Bisher hätten gute Unternehmensdaten dieses Manko immer wieder ausgeglichen. Etwas optimistischer schätzt Mathieu Driol, der als unabhängiger Analyst für den Daytradebroker Clickoptions tätig ist, die Lage ein: "Der Dax hat die Widerstandslinie bei 6 682 Punkten überschritten. Wir erwarten eine leichte Hausse mit einem Ziel bei 7 060 Punkten".

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