Konjunkturdaten stützen – zumindest kurzfristig
Dax-Ausblick: Anleger in guter Hoffnung

Ist die Talsohle durchschritten? Es gibt Marktbeobachter, die das glauben. Besser als erwartet ausgefallene Nachrichten von der US-Konjunktur und die Hoffnung auf einen sinkenden Ölpreis beflügeln die Stimmung. Das ist die eine Seite. Skeptiker warnen vor Spiralen aus steigenden Preisen, Inflation, Zinssteigerungen und Konjunkturdellen.

HB FRANKFURT. All dies könnte indes in den kommenden Wochen an den Börsen zur Nebensache werden. Von Mailand bis Amsterdam, von Paris bis Stockholm, von Madrid bis Frankfurt dürfte es im Aktiengeschäft nur ein Thema geben: Fußball. Händler haben bekanntermaßen eine hohe Affinität zu diesem Sport. Sie dürften dem Startschuss für die Europameisterschaft am Samstag entgegenfiebern. Nur in London werden die Broker sich ums Geschäft kümmern müssen, England ist nicht mit von der Partie.

In ihren Einschätzungen zur Entwicklung der Aktienmärkte verweisen Optimisten auf wichtige US-Daten. Sie könnten den Dax in der kommenden Woche seine Fahrt beschleunigen lassen. Als richtungsweisend werden die zu Wochenbeginn anstehenden Einkaufsmanagerindizes der weltgrößten Volkswirtschaft sowie der monatliche Arbeitsmarktbericht zum Wochenausklang gesehen.

Aktienstrategen rechnen zwar nicht mit Hinweisen auf einen plötzlichen Aufschwung. „Aber das Weltuntergangsszenario, das noch im März gespielt wurde, lässt sich immer weniger durch harte Fakten rechtfertigen“, sagt Carsten Klude von MM Warburg und verweist auf unerwartet robuste neue Signale von der US-Konjunktur. Er könne sich vorstellen, dass der Dax bald nach oben ausbricht. „Viele Anleger sind immer noch in Warteposition, und auf die wird der Druck umso größer, je weiter der Markt läuft. Irgendwann müssen sie auf den fahrenden Zug aufspringen.“

Seit Montag hat der Leitindex – unterstützt von einem nachgebenden Ölpreis – gut zwei Prozent auf rund 7 100 Punkte zugelegt. Von seinem Tief im März hat sich der Index um 15 Prozent nach oben gearbeitet. Beim Ölpreis sehen Analysten kurzfristig weiter Korrekturpotenzial. „Ich kann mir vorstellen, dass es in den nächsten Tagen noch bis auf 115 Dollar runter geht“, sagt LBBW-Analyst Frank Schallenberger. Am Freitag zahlten Händler rund 126 Dollar für ein Fass des wichtigen Rohstoffs, vor noch nicht einmal zwei Wochen war es ein Rekordpreis von mehr als 135 Dollar.

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