Konjunkturtermine im Fokus
Optimisten gewinnen die Oberhand

Die Kurssprünge der zurückliegenden Tage lassen viele Marktbeobachter mit Optimismus in die kommende Woche blicken. Charttechniker sehen gar ein Potenzial bis 8 200 Punkte. Skeptiker verweisen auf die Finanzkrise, die noch nicht überwunden sei. Anleger äußern sich ebenfalls zurückhaltend.

HB FRANKFURT. Das Tauziehen zwischen Bullen und Bären geht in der neuen Börsenwoche weiter. Obwohl es in der Woche nach dem großen Verfallstermin im September in den vergangenen 16 Jahren nur drei Mal nach oben gegangen ist, stehen die Chancen für steigende Kurse im Dax gut. Dabei könnten gerade die Kursschwankungen wegen der starken Unsicherheit am Aktienmarkt einen Schwenker nach oben erleichtern. Hiervon sind vor allem technische Analysten überzeugt, die ein aufgehelltes Bild im Dax-Chart beobachten. Allerdings warnen fundamental orientierte Skeptiker vor neuen Hiobsbotschaften aus dem Immobilien- und Finanzsektor, die das Gesamtbild schnell wieder verdüstern können.

„Nachdem der Dax die Irrungen und Wirrungen des Hexensabbats hinter sich gelassen hat, könnte er mit Erfolg die 8 200er Marke ins Visier nehmen“, sagt Analyst Stephen Schneider von der WGZ Bank der Agentur Dow Jones Newswires. „Es geht weiter mit Angst nach oben“, prognostiziert er. Der Weg für Kursgewinne ist für den deutschen Leitindex aus technischer Sicht frei, wenn er kurzfristig weiter über der Marke von 7 660 Punkten schließt. „Dann wäre der Dax über den Berg“, sagt Schneider. Eine markante Unterstützung sieht der Analyst bei 7 360 bis 7 430 Punkten. „Sollten diese Marken auf Schlusskursbasis nachhaltig unterschritten werden, ist das Aufwärtsszenario allerdings wieder hinfällig“, sagt der Analyst. Bis Mitte Oktober sei in dem Fall dann mit einem Dax-Stand bei 6 900 Punkten zu rechnen. Ansonsten deuten die Zeiger nach oben.

Damit die Optimisten Recht behalten, müsste der Dax nach Ansicht von Matthieu Driol zuvor eine weitere Widerstandslinie überwinden: "Zuletzt hatte sich der Dax unterhalb der Marke bei 7 806 Punkten stabilisiert", sagt der für den Daytradebroker Clickoptions tätige unabhängige Analyst. "Gelingt jedoch der Sprung über diese Hürde, könnte sich die Hausse bis 7 944 Punkte fortsetzen".

Für eine Aufhellung des Sentiments hat bereits die überraschend deutliche Zinssenkung der US-Notenbank in den USA gesorgt. Währungshüter Ben Bernanke bewies Mut und schraubte die Zinsen gleich um 50 Basispunkte herunter, was die Aktienmärkte mit einem Kursfeuerwerk feierten. Auch am Freitag hielt die positive Stimmung nach zwischenzeitlichen Gewinnmitnahmen an. Diese „euphorisierende Wirkung“, wie es Analyst Thomas Grüner von der Landesbank Berlin nennt, könnte auch in die neue Börsenwoche überschwappen und den Dax aus seiner Starre reißen.

Allerdings zweifelt WGZ-Experte Schneider an der Nachhaltigkeit des Kursanstiegs. „Neue Hiobsbotschaften im Zusammenhang mit der Immobilien- und Finanzkrise können die Stimmung schlagartig trüben und den Markt zumindest kurzfristig wieder nach unten reißen“, sagt er. Auch die sich intensivierenden Rezessionsängste für die US-Wirtschaft, der massive Kursanstieg des Euro – der ein Allzeit-Hoch bei über 1,41 US-Dollar erreicht hat – sowie der auf neue Höchststände gestiegene Ölpreis seien Belastungen. Dennoch, so fasst Analyst Grüner zusammen, sorgten die jüngsten Kursaufschläge dafür, dass sich die charttechnische Verfassung insgesamt aufgehellt hat.

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