Konsum raus, Banken rein
Wie Buffett sein Portfolio umbaut

Der legendäre US-Investor Warren Buffett macht wieder von sich reden. Offenbar hat er zuletzt eine Reihe von Aktien verkauft und damit noch mehr Cash gehortet. Ein paar neue Papiere kaufte er aber auch. Experten vermuten, dass der 80-Jährige mit der Neuausrichtung seine Nachfolge vorbereitet.
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hac/HB FRANKFURT. Warren Buffett hat sein Portfolio umgebaut. Der Investor verkaufte oder reduzierte Anteile an zwölf Unternehmen, darunter Konsumwerte wie Home Depot und Nike. Gleichzeitig ist er bei der New Yorker Bank Mellon eingestiegen und hat seinen Anteil an der US-Bank Wells Fargo sowie dem Gesundheitskonzern Johnson & Johnson aufgestockt. Das geht aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervor.

Aktien der Baumarktkette Home Depot verkaufte Buffett komplett, vor einem Vierteljahr gehörten ihm Papiere im Wert von rund 90 Millionen Dollar. Der Anteil an Nike schmolz um mehr als 50 Prozent auf 290 Millionen Dollar zusammen. Dagegen gewinnt Wells Fargo noch mehr Bedeutung in seinem Portfolio als ohnehin schon - der Wert seiner Beteiligung stieg um 100 Millionen auf insgesamt 9,1 Milliarden Dollar. Größte Position ist und bleibt aber die Betiligung an Coca Cola im Wert von 12,4 Milliarden Dollar - fast neun Prozent des Getränke-Riesen gehören Buffett.

Unter dem Strich kam durch die Verkäufe im vergangenen Quartal mehr Geld rein, als Buffett für neue Investments ausgegeben hat. Dadurch erhöhte sich der Baranteil seiner Investmentholding Berkshire Hathaway deutlich. In der Kasse seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway haben sich mehr als 30 Mrd. Dollar angesammelt - so viel wie zuletzt vor einem Jahr, bevor er die milliardenschwere Übernahme der Eisenbahngesellschaft Burlington Northern Santa Fe einfädelte.

Nach Ansicht von Experten bereitet der 80-Jährige damit schon die Neuausrichtung für die Zeit nach ihm vor. Auffällig ist, dass Buffett das Portfolio schon seit 2008 zusammenstreicht und sich stattdessen darauf konzentriert, Firmen komplett zu übernehmen. Dahinter könnte der Plan stecken, das Portfolio übersichtlicher zu gestalten und gleichzeitig einem Nachfolger mehr Spielraum zu geben.

Als heißer Kandidat für den Posten an der Spitze von Berkshire wird der frühere Hedge-Fonds-Manager Todd Combs gehandelt, den Buffett im Oktober neu eingestellt hat. Buffett mache möglicherweise Gelder frei, damit Combs diese für Investments zur Verfügung habe, sagte Gerald Martin, Finanzprofessor an der Kogod School of Business der American University in Washington.

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