Kreditausfallversicherungen
Banken streben neue Regeln für Kreditderivate an

Führende Banken wollen die Risiken bei Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) verringern und damit einer Regulierung des Marktes vorgreifen. Bei verschiedenen Großbanken, darunter der Deutschen Bank, gibt es laut Finanzkreisen Überlegungen, ein Clearing-Haus für den CDS-Markt einzurichten.

cü/mm/Bloomberg FRANKFURT/LONDON. Im Kern geht es darum, dass der Versicherungsschutz nicht wertlos wird, wenn einer der Vertragspartner insolvent wird. Der Beinahe-Zusammenbruch der US-Investmentbank Bear Stearns im März hatte diese Gefahr in den Blickpunkt des Marktes gerückt.

Bei verschiedenen Großbanken, darunter der Deutschen Bank, gibt es laut Finanzkreisen Überlegungen, ein Clearing-Haus für den CDS-Markt einzurichten. Häuser für Abrechnung und Abwicklung (Clearing and Settlement) gibt es an vielen Märkten. Sie agieren häufig als zentrale Gegenpartei bei Wertpapiergeschäften. Im Moment werde an der Auswahl der Teilnehmer an dem Projekt gearbeitet, heißt es in Finanzkreisen. Geplanter Starttermin sei die zweite Jahreshälfte.

Über CDS können sich Investoren gegen den Ausfall von Anleihen und Krediten absichern. Dafür zahlen sie eine Prämie. Investoren nutzen die Instrumente aber mehr zur Spekulation. Im Zuge der Kreditkrise sind die Absicherungskosten für CDS in die Höhe geschnellt. Der Markt ist exponentiell gewachsen und hat inzwischen ein Volumen von 62 Bill. Dollar. Dabei entfällt der Großteil des Handels auf Banken.

Viele Marktteilnehmer hätten das Risiko unterschätzt, dass Unternehmen, die Versicherungsschutz über CDS anböten, selbst eine Krise nicht überständen, sagte Paul Calello, Chef des Investment-Bankings von Credit Suisse auf einer Konferenz des Branchenverbands International Swaps and Derivatives Association (ISDA). Deshalb müssten alle Beteiligten handeln.

Die ISDA hält die Gefahr wertloser CDS aber für nicht ganz so gravierend. Grund ist, dass aktuell 63 Prozent der CDS-Verträge unter den Standards des Verbands mit Besicherungsvorschriften abgeschlossen werden. Dabei müssen die Kontraktpartner ihre CDS täglich zu Marktpreisen bewerten. Für Gewinne und Verluste müssen Bargeld oder Staatsanleihen hinterlegt werden, auf die der Kontraktpartner im Zweifelsfall Zugriff hat.

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