Kritik an Vergütung
Aktionäre proben den Aufstand gegen Coca-Cola

Coca-Cola gilt als eine der besten Firmen der Welt. Doch einige Anleger sind unzufrieden. Der Vorwurf: Selbstbedienung durch das Management. Einer der schärfsten Kritiker ist ein deutscher Investor. Er hofft auf Schützenhilfe durch Warren Buffett.
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DüsseldorfEs ist die wohl bekannteste Marke der Welt. Seit mehr als 100 Jahren im Geschäft. Alle Krisen überstanden. An der Börse gut 170 Milliarden Dollar wert. Jedes Jahr fließt eine ansehnliche Dividende. Eigentlich sollten Aktionäre von Coca-Cola keinen Grund zu klagen haben. Dennoch regt sich Unmut.

Kurz vor der anstehenden Hauptversammlung werfen unzufriedene Anteilseigner dem Management vor, diese nutzten die Firma wie einen Selbstbedienungsladen. Einer der schärfsten Kritiker ist ein deutscher Investor: Bert Flossbach. Der Vermögensverwalter aus Köln hat einen Brief geschrieben, in dem er die Geschäftsführung von Coca-Cola angreift: Bei dem geplanten Programm zur Mitarbeitervergütung, dem sogenannten „2014 Equity Plan“, handele sich um einen „massiven Vermögenstransfer“ von den Eigentümern hin zum Management. Der Brief liegt Handelsblatt Online vor. Flossbach verwaltet nach eigenen Angaben rund 5,2 Millionen Aktien der Firma. Aktueller Wert: 200 Millionen Dollar.

Das Unternehmen weist die Kritik zurück. Die Vorwürfe entsprächen nicht den Tatsachen, heißt es in einer Stellungnahme. Die Zahlen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Im Heimatland des US-Konzerns wird der Widerstand angeführt von dem streitbaren Investor David Winters, Chef von Wintergreen Advisers. Er nennt das umstrittene Programm „exzessiv” und „unnötig“. In einer Zeit, in der das Unternehmen ohnehin langsamer wachse, müsse man die Lage nicht noch verschlimmern. Winters verwaltet rund 2,8 Millionen Aktien. Auch die Pensionskasse Ontario Teachers Pension Plan, die rund 740.000 Coke-Aktien besitzt, hat sich gegen den Equity Plan ausgesprochen.

Die rebellischen Aktionäre sind bislang klar in der Minderheit. Deshalb versuchen sowohl Flossbach als auch Winters, den größten Anteilseigner auf ihre Seite zu bringen: Sie haben ihre Beschwerdebriefe auch an Warren Buffett adressiert. Der Investor aus Omaha hat seit den 1990er-Jahren insgesamt 400 Millionen Coca-Cola-Aktien gekauft. Damit gehört ihm fast ein Zehntel des gesamten Unternehmens. Buffett ist bekennender Fan der braunen Brause, am liebsten trinkt er Cherry Coke. Zur aktuellen Debatte hat er sich bislang nicht geäußert.

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Aktionäre proben den Aufstand gegen Coca-Cola

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„Dieses Ausmaß ist schockierend“

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Schaltet sich Buffett ein?

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  • ..Kapitel 6 S. 57 - 65 ! Diese Vorgehensweise bedeutet schlichtweg Enteignung durch neu gedruckte Aktien "Falschgeld" = Betrug der Altaktionäre!

    "Das Geld, das unsere Notenpressen ausspeien, ist nachgeahmtes Geld, etwa wie die Aktien, die ein unredlicher Gesellschaftsdirektor drucken lässt, und denen keine entsprechende Zunahme des Gesellschaftsvermögens gegenübersteht, nachgeahmte Aktien sind. " In anderen Worten Nachdrucke = Falschgeld!

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