Kritik von Börsianern
Rückzug von Repower-Vorstand zur Unzeit

Die Aktien des vor dem Ausscheiden aus dem TecDax stehenden Windenergieherstellers Repower haben mit Kursverlusten auf den Rückzug von Finanzvorstand Jens-Peter Stöhr reagiert.

HB FRANKFURT. Analysten bezeichneten den Zeitpunkt des Abgangs Stöhrs mit Blick auf die Unsicherheit über die Gesamtjahresprognose als überaus unglücklich. Die Repower-Papiere büßten bis zum Nachmittag 4,4 Prozent auf 12,90 Euro ein. „Ist dies ein normaler Managementwechsel oder der Anfang einer Reihe negativer Nachrichten zu den Finanzdaten?“, fragte WestLB-Analyst Henrik Lier in einer Kurzstudie. Händler äußerten sich ähnlich. Tatsache sei, dass die Ziele für 2004 weiterhin in Gefahr seien und es zu einer Gewinnwarnung kommen könnte, sollte das Unternehmen nicht in der Lage sein, einen größeren Windpark bis Ende des Jahres zu verkaufen, so Lier. Er bewertet Repower weiter mit „Neutral“. Repower hatte am Vortag den Rückzugs Stöhrs bekannt gegeben, der gemeinsam mit Unternehmenschef Fritz Vahrenholt vom Ölmulti Shell zu Repower gekommen war. Stöhr werde durch seinen Berater Pieter Wasmuth ersetzt. Der Wechsel geschehe in gegenseitigem Einvernehmen, so Repower. Eine Begründung wurde nicht genannt. Stöhr werde ein eigenes Beratungsunternehmen gründen, der erste Kunde sei Repower, sagte ein Repower-Sprecher.

Repower zuversichtlich für Windparkverkauf

Repower ist nach Aussagen des Sprecher weiter optimistisch, den für die Gesamtjahresziele notwendigen Verkauf des genannten Windparks noch vor Jahresende unter Dach und Fach zu bringen. „Wir sind da sehr zuversichtlich“, sagte ein Sprecher. Es gebe drei Interessenten. Repower habe allerdings bereits im Bericht zum dritten Quartal auf die Gefahr für die 2004er Ziele hingewiesen.

Der Sprecher bezifferte das Verkaufsvolumen des Windparks auf einen hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Zu Jahresbeginn hatte Repower erklärt, Umsatz und Ergebnis moderat steigern zu wollen. 2003 lag der Umsatz bei 285,4 Millionen Euro und der Betriebsgewinn bei 12,9 Millionen Euro. Die Repower-Aktien werden unter anderem wegen des Kursverfalls von knapp 25 Prozent in den vergangenen sechs Monaten zum 20. Dezember aus dem Technologieindex TecDax ausscheiden. Dafür rückt der Solarenergiespezialist Solarworld nach. Einige Anleger richteten sich darauf bereits ein, indem sie Aktien von Repower verkauften und Solarword-Titel zukauften, sagten Händler.

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