Kurse schwanken weiter
Dax-Ausblick: Stress an der Jo-Jo-Börse

Nachdem der Dax wieder auf das Jahrestief gesunken ist, verlieren auch die letzten Optimisten den Mut. Marktbeobachter rechnen mit starken Kursschwankungen in der kommenden Woche. Der Kalender ist gefüllt mit wichtigen Terminen.

HB FRANKFURT. Die Anleger am deutschen Aktienmarkt müssen also auch in der neuen Woche starke Nerven beweisen. Geschäftszahlen aus den USA und Europa, Daten zur US-Wirtschaft und die anhaltende Unsicherheit um die Finanzkrise dürften die Kurse stark ins Schwanken und die Börsianer ins Schwitzen bringen. Schon in den vergangenen Tagen war der Dax heftig hin- und hergesprungen. Am Freitag hat der Leitindex sogar wieder das Jahrestief von 6 139 Punkten unterschritten. Händler erwarten eine Fortsetzung des Auf und Ab an der sich derzeit als "Jo-Jo-Markt" gebärdenden Börse.

Die hohe Volatilität zeige, wie nervös die Stimmung am Markt sei, sagt Commerzbank-Aktienstratege Markus Wallner. Immer wieder kochten Gerüchte um Probleme bei Banken hoch, und auch Spekulationen um die US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae sorgten für Unruhe. "Mit einem Peng war die Finanzkrise wieder da", sagt Wallner. "Niemand weis, was die Banken noch in ihren Portfolios haben, und solange das so bleibt, wird immer wieder Unsicherheit aufkommen und den Markt belasten", prognostiziert er. Seiner Meinung nach steht den Marktteilnehmern keine leichte Woche bevor. "Es dürfte eine Woche geben wie die abgelaufene: mal zwei Prozent hoch und dann wieder zwei runter."

Ausdruck der völligen Orientierungslosigkeit sei - so andere Marktbeobachter - die Heftigkeit, mit der mittlerweile auf Ölpreisbewegungen und Analystenumstufungen reagiert wird. Der Markt werde von allen Seiten unter Beschuss genommen: Neben der Finanzkrise rücken Fragen rund um die Konjunktur in den Fokus. Marktteilnehmer nehmen hier keine unmittelbar eindeutigen Signale wahr. Techniker sehen den Dax daher sogar in Richtung 5 600 Punkte fallen.

Als Folge dieser Orientierungslosigkeit haben sich viele institutionelle Anleger aus dem Markt verabschiedet. Die Umsätze dünnen aus. Als Folge schlechter Nachrichten treffen dann hohe Verkaufsorders auf sehr geringe Gegenpositionen. Das führt zu den heftigen Kursbewegungen, die in den vergangenen Wochen häufig zu beobachten waren. Im MDax und im TecDax gehören Kurseinbrüche von fünf bis sieben Prozent zum Alltagsgeschehen. Da auf der anderen Seite sehr viele Hedgefonds und Leerverkäufer auf fallende Kurse setzen, führen gute Nachrichten wiederum zu ebenso hohen Kursgewinnen durch Eindeckungen - zumindest an bestimmten Tagen. Solange klare Signale fehlen, dürften diese Jo-Jo-Bewegungen weitergehen.

Zudem läuft die Berichtssaison gerade erst an. Üblicherweise halten sich nach Beobachtung von Händlern Institutionelle mit Anlageentscheidungen zurück, bis die Saison zu rund zwei Drittel gelaufen ist. Erst dann würden die Daten saldiert und eine Entscheidung getroffen. Rund zwei Wochen dürfte der Dax daher noch im Niemandsland pendeln. Die Zahlen von Philips, Intel, Ebay, Nokia, Google und Microsoft in der kommenden Woche seien zwar wichtig, aber nicht repräsentativ für alle europäischen Industriewerte, meinen Marktteilnehmer. Auch die Nachrichten aus diesen Unternehmen dürften daher eher für kurzfristige Trends sorgen.

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