Kurseinbruch des SDax-Wertes
Neue Vorwürfe belasten Thielert-Aktie

Die Aktie des Flugzeugmotorenherstellers Thielert ist am Donnerstag nach neuen Vorwürfen der Bilanzmanipulation eingebrochen. Die im Kleinwerteindex SDax notierte Vorzugsaktie verlor am Vormittag mehr als fünf Prozent an Wert, nachdem die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) von weiteren Vorwürfen berichtet hatte.

HB HAMBURG. Thielert habe schon die bislang in der Strafanzeige erhobenen Vorwürfe nicht entkräften können. In der Zwischenzeit seien weitere Erkenntnisse gewonnen worden, die den Verdacht auf Bilanzmanipulation erhärten, schrieb die SdK auf ihrer Internetseite. Ein Thielert-Sprecher wollte sich zu den neuen Vorwürfen nicht äußern. Zunächst wolle man diese prüfen, sagte er.

Der Konzernumsatz habe sich in den ersten neun Monaten 2006 verglichen mit der Vorjahresperiode auf 47,5 Mill. Euro nahezu verdoppelt, hatte Thielert AG Mitte November in Hamburg mitgeteilt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 13 Mill. Euro, ein Zuwachs von 61 Prozent. Unterm Strich blieb ein Konzernüberschuss von 8,0 Mill. Euro nach zuvor 2,6 Mill. Euro.

Thielert beschäftigt 315 Mitarbeiter, davon 270 in Deutschland und 45 in den USA. In Altenburg sollen im Dezember 35 Mitarbeiter ihre Arbeit aufnehmen.

Anfang Oktober hatte Thielert die Anleger geschockt, als die Aktie im Xetrahandel mit einem Minus von 23,6 Prozent bei 18,25 Euro schloss. Auslöser für die Kursverluste war eine Mitteilung der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Die Anlegerschützer hatten unter Verweis auf eine anonyme Strafanzeige gegen den Vorstandsvorsitzenden Frank Thielert von Urkundenfälschung, Bilanzbetrug sowie Prospekt- und Kapitalanlagebetrug gesprochen.

Vorstandsvorsitzender Frank Thielert wies damals alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Die SdK hatte beklagt, dass Thielert die ihm gestellten Fragen nicht ausreichend und befriedigend beantwortet habe. Der Manager entgegnete jedoch, dass er keine Antwort schuldig geblieben sei, bestimmte Details über interne Kundeninformationen habe er aber nicht herausgeben können. Die Staatsanwaltschaft soll diese Informationen nun erhalten, da diese zur Verschwiegenheit verpflichtet sei. Mit einer Anklage rechnet Thielert nicht.

Der Verfasser der insgesamt 72 Seiten umfassende Anzeige hatte nach Angaben der SdK Zugang zu Kreditverträgen, Liquiditätsplanungen und vertraulichen Prüfungsunterlagen der BDO Deutsche Warentreuhand AG gehabt. Diese Unterlagen seien in der Anzeige in Form kopierter Originale beigelegt worden.

Den Verantwortlichen des Unternehmens wurde vorgeworfen, in den letzten Jahren durch fiktive Umsätze und Aktivierung von Forderungen eine falsche und deutlich zu positive Unternehmensdarstellung erzeugt zu haben.

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