Kursfeuerwerk
Börse feiert Übernahmeangebot für Schwarz-Pharma

Die geplante Übernahme der Schwarz Pharma AG durch den belgischen Wettbewerber UCB für 4,4 Mrd. Euro hat der Aktie des Monheimer Pharmaunternehmens am Montag zu einem Kurssprung verholfen. Das Papier legte bis 15.30 Uhr um 18,44 % auf 89,60 Euro zu und erreichte damit gleichzeitig ein Jahreshoch. Analysten und Händler bewerteten den geplanten Zusammenschluss in ersten Einschätzungen als sinnvoll und wertsteigernd.

HB FRANKFURT. Schwarz Pharma passe gut zu UCB, sagte beispielsweise Christophe Van Vaeck, Analyst bei KBC. Der Kaufpreis sei zwar hoch, doch erwarte das belgische Unternehmen jährliche Synergien von 300 Mio Euro nach drei Jahren, hob der Analyst hervor. Positiv beurteilten die Marktbeobachter auch die Ankündigung, dass die Transaktion zwei Jahre nach der Übernahme zur Ertragssteigerung von UCB beitragen soll.

Das belgische Pharmaunternehmen hatte am Montagmorgen mitgeteilt, Schwarz Pharma auf dem Wege eines freundlichen Übernahmeangebots erwerben zu wollen. Die Aktionäre von Schwarz Pharma sollen je Aktie 50 Euro in bar und 0,8735 neue eigene Aktien von UCB erhalten. Den Angaben zufolge entspricht dies einem Wert von 91,1 Euro für jede Aktie von Schwarz Pharma auf Basis des Schlusskurses der Aktie von UCB am 22. September.

Die Familie Schwarz, die einen Anteil von 60 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals von Schwarz Pharma hält, hat sich bereits zur Annahme des Angebots verpflichtet. Darüber hinaus wird sie einen Anteil von mindestens 41,5 Prozent der UCB-Aktien, die sie durch das Angebot erhalten wird, über Juni 2010 hinaus halten. Vorstand und Aufsichtsrat von Schwarz Pharma wollen einstimmig die Annahme des Übernahmeangebots empfehlen.

UCB und Schwarz Pharma sind direkte Wettbewerber, die sich vornehmlich auf Erkrankungen des zentralen Nervensystems konzentrieren. Nach Einschätzung der Landesbank Rheinland-Pfalz werden beide Unternehmen zusammen weltweit führend bei der Indikation Neurologie sein. Bei einem Umsatz von mehr als 3,3 Mrd. Euro werde das neue Unternehmen über ein Forschungs- und Entwicklungsbudget von 770 Mill. Euro verfügen können, erläuterte UCB. Auch sieht sich UCB bei der Vermarktung der Produkte in den USA und Europa durch die Übernahme gestärkt.

Nach Darstellung von UCB-CEO Roch Doliveux passen beide Unternehmen "perfekt zusammen". Für UCB sei die Übernahme von Schwarz Pharma "ein Sprung nach vorn bei der Transformation in ein global führendes biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf ausgewählte Krankheitsfelder wie Neurologie, Entzündungserkrankungen und Onkologie konzentriert".

Mit dem Schritt erhalte UCB Zugang zu attraktiven Produkten im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium in seinen ausgewählten Therapiefeldern, fügte Doliveux hinzu. Auch Patrick Schwarz-Schütte, Vorstandsvorsitzender von Schwarz Pharma sieht durch den Zusammenschluss erhebliches Wachstumspotenzial für sein Unternehmen.

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