Kursmanipulation
Bafin ermittelt bei WGF

Vor zwei Wochen hat die Düsseldorfer Immobilienfirma WGF um eine Ermittlung von möglichen Kursmanipulationen bei einigen ihrer Anleihen gebeten. Nun ist die Finanzaufsicht Bafin dieser Bitte nachgekommen.
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FrankfurtDie Finanzaufsicht Bafin ermittelt wegen möglicher Kursmanipulationen bei drei Anleihen der Immobilienfirma WGF. Das Düsseldorfer Unternehmen hatte die Finanzaufsicht vor zwei Wochen selbst um die Ermittlungen gebeten. Grund waren hohe Umsätze und Kursstürze von bis zu 20 Prozent bei den Wertpapieren.

Seither hat sich die Lage verschärft, die betroffenen Anleihen, die in zwei bis fünf bis sechs Jahren fällig werden, sind nur noch um die 60 Prozent ihres Rückzahlungsbetrags von 100 Prozent wert. „Die Verunsicherung der Anleger wird anscheinend von einigen Spekulanten ausgenutzt“, sagt Pino Sergio, Vorstandsvorsitzender der WGF.

Die Gesellschaft erklärt sich die Verunsicherung damit, dass die Bewertungsgesellschaft Creditreform die Bonitätsnoten der betroffenen Anleihen überprüft.

Die WGF bietet seit sieben Jahren Privatanlegern und inzwischen auch kleineren institutionellen Investoren sogenannte Hypothekenanleihen an. Die Papiere bieten Zinskupons von meist 6,35 Prozent und sind mit Grundpfandrechten für Immobilien besichert. Dabei sammelt die WGF erst das Geld der Anleger ein und investiert es dann in die Immobilien. Zurückgezahlt werden Anleihen mit dem Erlös aus dem Verkauf der entsprechenden Immobilien. Dabei stimmten die optimalen Verkaufszeitpunkte der Objekte nicht immer mit den Rückzahlungsterminen der jeweiligen Anleihen überein, räumt die WGF ein.

Seit 2004 hat die Gesellschaft Hypothekenanleihen über 450 Millionen Euro begeben, eine davon wurde im Jahr 2009 fällig und getilgt. Die nächste WGF-Anleihe läuft in diesem November aus. Derzeit verkauft die Immobilienfirma eine neue Anleihe, die insgesamt 50 Millionen Euro schwer werden soll.


Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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